Abrechnung per Smartphone In den USA kann man jetzt mit Android Pay bezahlen

An der Kasse das Handy antippen statt im Portemonnaie wühlen: Google hat in den USA sein Abrechnungssystem Android Pay eingeführt. Zum Start soll man damit in einer Million Läden und Restaurants bezahlen können.

Google-Werbebild zu Android Pay: Seit Donnerstag in den USA nutzbar

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Google ist bereit zum direkten Duell mit Apple Pay: In den USA kann man seit Donnerstag vielerorts mit Android Pay bezahlen, dem Nachfolger von Googles bisherigem Bezahlsystem Wallet.

Grundsätzlich funktioniert Android Pay ähnlich wie Apples Konkurrenzprodukt, mit dem Unterschied, das es auf Android- und nicht auf iOS-Geräten läuft. Auf einigen Samsung-Geräten steht das System in Konkurrenz mit Samsung Pay, einem kürzlich gestarteten Bezahldienst des Handyherstellers.

Alle drei Systeme setzen auf den Übertragungsstandard NFC. In der Praxis müssen Android-Pay-Nutzer ihr Smartphone einfach kurz in die Nähe eines entsprechend ausgerüsteten Kassenterminals halten. Die Kosten für den Einkauf werden anschließend über die Kredit- oder Debitkarte des Nutzers abgerechnet. Beim Antippen muss das Smartphone entsperrt sein - welche App gerade geöffnet ist, spielt keine Rolle.

Kooperation mit vier Kreditkartenanbietern

Die Geschäfte bekommen beim Bezahlvorgang keinen Zugriff auf die Kreditkartendaten des Nutzers - wird mit Android Pay bezahlt, wird dafür eine eigene, speziell dafür eingerichtete Nummer verwendet.

Google arbeitet mit den vier großen Kreditkartenfirmen American Express, Discover, MasterCard und Visa zusammen. In der Android-Pay-App können Nutzer auch Daten zu Gutscheinen und Kundenkarten speichern.

Kompatibel ist das System mit Mobilgeräten, auf denen mindestens die Android-Version 4.4, KitKat, installiert ist. Zudem brauchen die Geräte einen NFC-Chip. Anbieter wie AT&T, T-Mobile und Verizon wollen neue Android-Telefone in den USA künftig gleich mit vorinstallierter Android-Pay-App ausliefern.

Zum Start von Android Pay soll man in rund einer Million Läden und Restaurants per App bezahlen können. In den kommenden Monaten sollen laut Google neue Funktion freigeschaltet werden, ebenso Banken und weitere Einzelhandelsgeschäfte als mögliche Einsatzorte hinzukommen.

mbö/AP/AFP



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
JJJT 11.09.2015
1.
Neben den datenschutzrechtlichen Bedenken die man haben kann, frage ich mich, wo der Sinn darin sein soll, dass ein weiterer Zwischenhändler dazu kommt. Das kostet nur unnötig Geld. Bereits die Kreditkartenunternehmen bedienen sich mit einigen Prozenten, und diese ganzen xxx Pay Dienste werden garantiert auch nicht umsonst betrieben. Da summiert sich schon ordentlich was auf, für ein bisschen Bequemlichkeit (gilt bestimmt auch nicht für jeden). Das ganze wird dann von den Bar- und EC-Bezahlern (auch nicht umsonst, aber deutlich billiger da nicht Prozentbasiert) querfinanziert in dem die Preise mit der Zeit leicht nach oben korrigiert werden. Übrigens auch ein Grund, warum in Deutschland die Kreditkartenzahlung noch nicht so verbreitet ist. Kostet einfach unnötig viel Geld, sollte auch keiner glauben, dass diese Kosten nicht irgendwie an den Kunden weiter gegeben werden. In meinen Augen wäre eine faire Lösung, dass die Preise alles Bar bzw. EC-Karten Preise sind, und wer an der Kasse eine andere Zahlungsmethode wünscht, soll den Aufschlag dafür auf die Summe aufgeschlagen bekommen.
FrankDr 11.09.2015
2. lahm
wird Zeit, dass sowas.Bequemes auch endlich bei uns im Land der technologischen Abwarter und Bedenkenträger kommt. Aber mein Tipp...es wird mindestens noch ein Jahrzehnt zerredet und anschließend braucht man Personalausweis und Geburtsurkunde, um den Schokoriegel zu bezahlen
DrStrom66 11.09.2015
3. @FrankDr
ja richtig fordern Sie das ! Das ist doch was alle Finanzminister wollen, der Verzicht aufs Bargeld. Das elektronische Geld soll kommen. Zugriff per Knopfdruck, Inflation per Knopfdruck. Das hätte Griechenland gefallen, wenn es so etwas schon gegeben hätte, da hätte keiner etwas unter das Kopfkissen schieben können, das wäre alles in einer Sekunde eingefroren worden. Hut ab für diese Weitsicht. Dann können auch Minus Zinsen auf Guthaben eingeführt werden und niemand kann sich dem entziehen.
jj2005 11.09.2015
4. Von Afrika lernen!
Juhu, der Fortschritt kommt in Amerika an! Wahrscheinlich, weil es in Afrika schon seit einem Dutzend Jahren schon bestens funktioniert. Einfach mal M-Pesa googeln ;-)
xineohp 11.09.2015
5. Bald sicher Zwang ...
... bald wird man ohne Spyphone weder öffentliche Verkehrsmittel benutzen noch irgendwo bezahlen können. Das wird dann zur zwangsverordneten Totalüberwachungsvernetzung. Ausstieg jetzt! Vernetzung nur zweck- und zeigebunden an dafür ausgewiesenen Orten. Und vor allem kein Spyphone verwenden. Und wenn man schon zu süchtig ist, um dieser Argumentation emotionslos mit klarem Kopf beizupflichten, dann dringend Therapie beantragen, solange die Kasse noch zahlt ;-)
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