iPhone-Konzern im Umbruch Apple stellt Video- und Mobilspiel-Flatrates vor

Vorhang auf für neue Services: Apple hat in Cupertino mehrere Flatrate-Dienste präsentiert. Sie zielen auf Magazinleser und Mobilspieler - und auch Film- und Serienfans bietet der Konzern etwas Neues.
Enthüllung von Apple TV+

Enthüllung von Apple TV+

Foto: Michael Short/ AFP

Apple hat am Montagnachmittag mehrere neue Dienste und Produkte vorgestellt, darunter eine Journalismus-Flatrate, ein Monatsabo für Mobilspiele und eine eigene Kreditkarte. Außerdem wurden ein eigenes Film- und Serienangebot namens Apple TV+ und eine überarbeitete Version der TV-App angekündigt. Unter dem Motto "It's Show time" hatte Apple diesmal vor allem Lifestyle- und Entertainmentexperten zu seiner Produktshow nach Cupertino eingeladen.

Für viele die interessanteste Enthüllung ist wohl Apple TV+, das Apple als "neue Plattform für die weltweit kreativsten Storyteller" inszeniert. Der Abodienst, der exklusiv dafür produzierte Filme und Serien versammeln wird, soll im Herbst in mehr als 100 Ländern starten - zu einem noch unbekannten Abopreis.

Zur Vorstellung seines neuen Videoangebots ließ Apple reichlich Hollywoodprominenz auflaufen. Auf der Bühne trat beispielsweise "Star Trek"-Regisseur J.J. Abrams mit Sara Bareilles auf und auch Steven Spielberg kündigte eine Neuauflage der TV-Serie "Unglaubliche Geschichten" an.

Tim Cook

Tim Cook

Foto: Noah Berger/ AFP

Auf Apple-Geräten in den USA ab sofort verfügbar ist der Dienst Apple News+. Er versammelt US-Magazine wie "Vogue", "Wired" und "People" - insgesamt rund 300 Titel. "Ich liebe das Gefühl, an einem Zeitungstand zu sein", hatte Apple-Chef Tim Cook zum Auftakt des ungewöhnlichen Apple-Events gesagt.

Mit der Einführung eines solchen Angebots war gerechnet worden - ebenso damit, dass mit dem "Wall Street Journal" auch eine Tageszeitung Teil des Abo-Pakets ist. Als weitere Zeitung ist allerdings nur die "Los Angeles Times" an Bord - andere große Blätter wie die "New York Times" oder die "Washington Post" fehlen.

Apple News+

Apple News+

Foto: Michael Short/ AFP

Magazinmacher können ihre Zeitschriften bei Apple News+ mit animierten Coverbildern präsentieren. Für die Verlage dürfte es aber mit Zusatzaufwand verbunden sein, ihre Inhalte an die Möglichkeiten der neuen Lese-App von Apple anzupassen. Die App bietet offenbar viele Optionen, Magazininhalte für die Bildschirmformate von iPhone und iPad zu optimieren.

Zunächst ist der Dienst nur in den USA und Kanada nutzbar, später auch in Australien und Großbritannien. Er kostet 9,99 Euro pro Monat. Ein Abo kann innerhalb einer Familie von mehreren Personen genutzt werden. Für den Preis, den Apple für News+ verlangt, kann man in Deutschland Readly abonnieren, eine Zeitschriften-Flatrate, die vergangene Woche um einige Axel-Springer-Tageszeitungen erweitert wurde.

Präsentation von Apple Arcade

Präsentation von Apple Arcade

Foto: Michael Short/ AFP

Mit Apple Arcade kündigte Apple außerdem ein künftiges Spiele-Abo-Angebot für iPhones, iPads, Macs und Apple TV an. Zum Start wird das Angebot laut Apple "mehr als 100 neue und exklusive Spiele" umfassen. Alle darin angebotenen Videospiele sind offline spielbar, heißt es, und werden keine versteckten Kostenfalle, wie etwa optionale In-App-Käufe, enthalten. Auch hier gilt, dass man sein Abo mit der ganzen Familie teilen kann. Los gehen soll es mit Apple Arcade allerdings erst im Herbst, dann aber in 150 Ländern und Regionen. Zum Preis wurde nichts gesagt.

Die Apple TV-App soll im Mai ein Update bekommen - und mit Apple TV Channels ein neues Angebot, das direkt integriert wird. Ähnlich wie bei Amazons Prime Video Channels kann man fortan direkt in der App Kanäle von Drittanbietern wie - in den USA - Hulu, Showtime oder Starz abonnieren. Deren Inhalte werden dann in der App neben allen anderen abonnierten Anbietern angezeigt. Die TV-App werde damit zu einer Art One-Stop-Shop für Streamingdienste, verspricht Apple.

Seine TV-App will das Unternehmen bald auch auf Mac-Computer und Smart-TVs von Samsung, Sony, LG und Vizio bringen. Zudem macht das Unternehmen sie für Amazons Fire TV verfügbar.

Als weitere Neuheit für die USA präsentierte Apple unter dem Namen AppleCard eine eigene digitale Kreditkarte. Die Bezahlkarte soll sich binnen Minuten auf einem iPhone mit ApplePay einrichten lassen. Bei der Präsentation der AppleCard hieß es immer wieder, dass das neue Produkt zu einem "gesünderen" Umgang mit Geld führen soll.

Zudem gibt es eine Art Bonusprogramm: Wer mit der AppleCard digital eine Zahlung vornimmt, bekommt zwei Prozent der ausgegebenen Summe als Guthaben - bei Einkäufen bei Apple selbst sind es drei Prozent. Innerhalb der Bezahl-App lässt sich jederzeit auswählen, wann und in welchem Rhythmus man sein Soll ausgleichen will. Für die AppleCard arbeitet Apple mit Goldmann Sachs und MasterCard zusammen.

Mitarbeit: mbö
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