iCal Kalender-Spam nervt Apple-Nutzer

Im Netz beschweren sich viele Apple-Nutzer über Spam in ihren Kalendereinträgen. Die Einladungen sind schwer zu löschen - aber mit diesen zwei Schritten werden Sie sie los.
Die aktuellen iPhone 7 und iPhone 7 Plus

Die aktuellen iPhone 7 und iPhone 7 Plus

Foto: Matthias Kremp

In den vergangenen Tagen sind viele Nutzer von Apples iCal-Kalender mit einer besonders hartnäckigen Form von Spam konfrontiert worden: Termineinladungen, die zum Kauf von Sonnenbrillen oder anderen Produkten einladen. Das Perfide daran: Die Spam-Einladungen können nicht einfach gelöscht werden. Neue Kalendereinladungen werden zudem im Symbol der Kalender-App angezeigt.

Bekommt ein Nutzer eine derartige Einladung an seinen Kalender geschickt, kann sie nur angenommen, abgelehnt oder mit "vielleicht" beantwortet werden. Wählt er eine dieser Optionen, wird damit der Eintrag übernommen oder verworfen. Zudem wird gegenüber dem Absender der Spam-Nachrichten die E-Mail-Adresse verifiziert. Das könnte weitere Spam-Mails nach sich ziehen.

Neu ist die Masche nicht. Aber in der "Cyber-Woche", die nach dem US-Feiertag Thanksgiving am vergangenen Donnerstag begann und in der viele Händler mit günstigen Angeboten das Weihnachtsgeschäft einläuten, häuften sich die falschen Einladungen auch in Deutschland.

Offenbar stammen die Urheber aus Asien, denn die zum Shoppen einladenden Geschäfte haben Namen, die häufig in chinesischen Schriftzeichen dargestellt werden. Im Netz beschwerten sich bereits viele Nutzer.

Möglich wird das Ganze, weil Apples Betriebssysteme per Standardeinstellung in eingehenden E-Mails und Nachrichten, die mit dem Nutzerkonto verknüpft sind, nach Kalendereinladungen suchen und diese dann direkt in die Kalender-App weiterreichen. Mit dieser eigentlich praktischen Funktion lassen sich Termine direkt koordinieren und speichern. Leider sind inzwischen offenbar immer mehr Spam-Versender auf diese Masche gekommen.

Apple wollte keine offizielle Stellungnahme zu dem Thema abgeben. Im Internet kursieren aber Lösungsvorschläge, wie Nutzer die nervigen Einladungen loswerden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, die beide etwas aufwändig sind.

Eine Möglichkeit ist es, einen neuen Kalender zu erstellen, die Spam-Termine dorthin zu verschieben und den Kalender anschließend wieder zu löschen. Das funktioniert direkt in der App:

  • Den Kalender öffnen
  • Am unteren Rand auf "Kalender" tippen
  • Dann auf "Bearbeiten" gehen
  • "Hinzufügen" auswählen
  • Einen beliebigen Namen auswählen und "Fertig" tippen
  • Dann noch zwei Mal mit "Fertig" zurück zu Kalenderansicht
  • Unten rechts im Eingang die Spam-Einladungen auswählen
  • In der Einladung Kalender auswählen und in den neu erstellten Kalender verschieben
  • Dann zurück in die Kalenderansicht und erneut Kalender auswählen und "Bearbeiten"
  • Das "Info"-Symbol hinter dem neuen Kalender auswählen
  • Nach unten scrollen und auf "Kalender löschen" gehen

Damit ist der neue Kalender verschwunden - und mit ihm alle Einträge, die dorthin verschoben wurden.

Eine Möglichkeit, um keine weiteren Spam-Benachrichtigungen als Kalendereintrag zu erhalten, besteht darin, sie direkt in den E-Mail-Ordner umzuleiten. Diese Methode hat den Nachteil, dass nicht mehr automatisch die Benachrichtigungen nach Kalendereinträgen durchsucht und diese weitergeleitet werden. Dazu müssen die Einstellungen in iCloud per Computer geändert werden:

  • Nach dem Einloggen den Kalender aufrufen
  • Auf der unteren linken Bildschirmseite das Zahnrad-Symbol anklicken
  • "Einstellungen" wählen
  • In dem Pop-up "Erweitert" klicken
  • Unter "Einladungen" statt "In-App-Benachrichtigungen" "Per E-Mail an (…) senden" auswählen
  • Sichern und Ausloggen.

Damit dürften auch künftige Spam-Einladungen nicht im iCal-Kalender erscheinen. Allerdings wäre es komfortabler, wenn Apple - wie von einigen Nutzern gefordert - Spam-Filter einsetzen würde, um die unerwünschten Einladungen zu unterbinden.

Update 01.12.: Apple hat inzwischen auf das Problem reagiert und eine offizielle Stellungnahme abgegeben. "Es tut uns leid, dass einige Nutzer unerwünschte Kalender-Einladungen erhalten", entschuldigt sich das Unternehmen. Das Unternehmen arbeite daran, das Problem zu lösen, indem verdächtige Absender und Spam in gesendeten Einladungen identifiziert und blockiert würden.

Fotostrecke

Apple-Smartphones im Test: Das können die neuen iPhones

Foto: Matthias Kremp
brt
Mehr lesen über