Fotostrecke

Fotostrecke: Neues aus dem Hause Apple

Foto: Tony Avelar/ AP

WWDC Apples Update-Show

Software, Software, Software: Wer bei der Keynote zu Apples WWDC-Konferenz auf neue Hardware gehofft hatte, wurde enttäuscht. Stattdessen präsentierte der Konzern vier große Updates und einen neuen Namen.

Rund 6000 Menschen - Entwickler, Journalisten, Analysten und Gäste - hatte Apple im Bill Graham Civic Center in San Francisco versammelt. Vielen davon dürfte klar gewesen sein, worum es bei der Keynote, die Firmenchef Tim Cook eröffnete, gehen würde: Updates, jede Menge Updates. Und so kam es dann auch:

iOS 10

Als es von Apples Managern vorgestellt wurde, konnte man zeitweilig den Eindruck bekommen, das nächste große Update für Apples iPhone- und iPad-Betriebssystem bestehe nur aus der neuen Nachrichten-App. Sehr ausführlich wurde gezeigt, wie man seine Chats mit Bildeffekten und Animationen aufpoppt oder etwa wütende Beiträge groß und wackelnd darstellen lässt. Großes Kino für kleine Texte.

Allein das Thema Emojis beschäftigte die Präsentatoren minutenlang. So werden Emojis in der neuen Nachrichten-App dreimal größer dargestellt als bisher, was deren gefühlter Wichtigkeit entsprechen dürfte. Vor allem aber kann die Software geschriebene Worte jetzt selbst in Emojis umwandeln, wenn man das möchte. Wer braucht schon Text, wenn man Bildchen hat?

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Die sprachgesteuerte Assistenzfunktion Siri allerdings kommt ohne Worte nicht aus. Ihr haben Apples Ingenieure einige neue Tricks beigebracht.

Die Foto-App auf dem iPhone bekommt eine eigene Gesichtserkennung, die auf dem Gerät selbst läuft und Bilder einer Person zusammenfassen kann. Zudem sollen Fotos, die auf irgendeine Weise zusammenhängen, von einer künstlichen Intelligenz zusammengesucht und sortiert werden. Als Ergebnis dieser Bildanalyse soll die Software außerdem automatisch kleine Fotoshows zusammenstellen, etwa von einem Ausflug oder einer Party.

Apple Maps wurde kräftig überarbeitet, soll jetzt beispielsweise je nach Tageszeit und Ort aktiv Vorschläge machen, was man jetzt tun könnte. Die Darstellung von Suchergebnissen in einer Karte, etwa Restaurants, wurde übersichtlicher gestaltet und ebenso die Darstellung im Navigationsmodus verbessert. Außerdem können Drittanbieter ihre Angebote jetzt direkt in Maps einbinden. So kann man etwa in Maps ein Taxi bestellen oder einen Tisch im Restaurant reservieren.

Apple Music bekommt ein komplett neues Interface mit größerer Schrift und größeren Covern. Unter anderem können zu Songs jetzt die Texte angezeigt werden. Die Playlists, die im Bereich "Für Dich" angeboten werden, sollen besser an den Nutzer, die Uhrzeit und den Tag angepasst werden. Die neue Optik machte auf den ersten Blick einen gelungenen Eindruck, ob die Bedienung wirklich leichter und besser funktioniert, muss sich noch zeigen.

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Als Komfortfunktion kann man ansehen, dass man sich Sprachnachrichten vom Anrufbeantworter in geschriebenen Text umwandeln lassen kann. So kann man sie lesen, statt sie abzuhören. Längst überfällig war zudem, dass mit iOS 10 eine eigene App für die Heimsteuerungstechnologie Home Kit eingeführt wird. Mit ihr kann man seine per Home Kit vernetzten Geräte von iPhone, iPad oder Apple Watch aus steuern. Die Möglichkeiten sind durchaus spannend, da es viele Möglichkeiten geben soll, Dinge automatisch steuern zu lassen.

OS X wird macOS

Neben iOS 10 war macOS Sierra das große Thema der Keynote. Und ja, OS X heißt ab sofort macOS. Apple vereinheitlicht damit die Namensgebung seiner Betriebssysteme. Von der Nummerierung der Software war keine Rede mehr, das Update soll schlicht Sierra heißen.

Die wichtigste Neuerung ist die Integration von Siri. Im Grunde beherrscht die Software auf dem Mac dieselben Funktionen wie auf dem iPhone. So wurde gezeigt, wie sie im Web nach Informationen sucht, Filme im Kino vorschlägt oder etwa nach einer Datei sucht, an der man am Vorabend gearbeitet hat.

Eine Funktion, die das Arbeiten mit mehreren Geräten vereinfachen dürfte, ist die neue universelle Zwischenablage. Durch eine Anbindung an iCloud kann man damit beispielsweise auf dem iPad ein Foto per Kopierbefehl in die Zwischenablage legen und dann auf dem Mac in ein Dokument einfügen, ohne die Geräte verbinden zu müssen.

Wer ständig unter zu wenig Speicherplatz auf seiner Festplatte leidet, kann von macOS Sierra ältere Dateien automatisch in die Cloud speichern lassen, um Platz auf der Festplatte zu schaffen. Und schließlich soll Apples Bezahldienst Apple Pay künftig in einer Webversion für Einkäufe im Netz bereitstehen. Nutzern in Deutschland kann das freilich egal sein. Von einer Einführung hierzulande war weiterhin nicht die Rede. Die Schweiz hingegen steht auf der Liste von Ländern, in den man bald mit Apple Pay wird bezahlen können.

watchOS

Die wichtigste Neuerung von watchOS 3 dürfte sein, dass Apps künftig siebenmal schneller starten sollen als bisher. Wenn das in der Praxis so gut klappt wie in San Francisco auf der Bühne, wird Apples Smartwatch dadurch erheblich aufgewertet. Bisher sind die langen Startzeiten das größte Manko des Armbandcomputers. Zusätzlich kann man das System beschleunigen, indem man häufig genutzte Apps in einem Dock ablegt. Auf diese Weise werden sie immer im Arbeitsspeicher gehalten und sind direkt aus dem Dock schnell abrufbar.

Viel Arbeit wurde in die Aktivitäten-App gesteckt. Zum einen gibt es nun ein Ziffernblatt, das Aktivitätsdaten ständig anzeigt. Den Wettbewerbsaspekt soll die Funktion Activity Sharing verstärken. Sie ermöglicht es Apple-Watch-Nutzern, ihre Workouts miteinander zu vergleichen. Zudem wurde die App für Rollstuhlfahrer angepasst, deren Bewegungen nun auch gemessen werden. Analog zur Aufsteh-Erinnerung in der normalen Version werden Gehbehinderte daran erinnert, regelmäßig mit dem Rollstuhl herumzufahren.

Vollkommen neu ist eine App namens Breathe. Sie soll dem Anwender helfen, sich mithilfe geführter Atemübungen zu entspannen. Den Erfolg kann man sofort mit dem Pulsmesser der Uhr kontrollieren.

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Apple TV

Die Neuerungen im tvOS drehen sich vor allem um die Bedienung. Es gibt eine neue App, die die Funktionen der Fernbedienung, inklusive Sprachsteuerung, auf dem iPhone zugänglich macht, sodass man das Gerät direkt vom Handy aus steuern kann.

Außerdem wurde die Sprachsteuerung verbessert. Man kann nun beispielsweise einen Videokanal per Sprachbefehl aufrufen und starten. Oder man fragt Siri nach Filmen, zu einem bestimmten Thema: "Finde High-School-Komödien aus den Achtzigerjahren.". Eine weitere Verbesserung betrifft die Anmeldung bei kostenpflichtigen TV-Angeboten, die durch ein System namens Single Sing-on vereinfacht werden soll. Das betrifft freilich nur US-Kunden.

Für alle Software-Updates gilt, dass sie ab sofort für Entwickler bereitstehen. Öffentliche Betas sollen im Juli kommen, die Endversionen im Herbst.

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