Streit über Preismodell Apple senkt Abgabe für kleine App-Entwickler

Entwickler, die weniger als eine Million Dollar im Jahr einnehmen, müssen künftig weniger an Apple abgeben, um auf den Plattformen des Konzerns präsent zu sein. Begründet wird das mit der Coronakrise – nicht mit dem erbitterten Streit mit den »Fortnite«-Machern.
Beim Verkauf von Apps, In-App-Käufen sowie beim Abschluss von Abos verdient Apple stets mit

Beim Verkauf von Apps, In-App-Käufen sowie beim Abschluss von Abos verdient Apple stets mit

Foto: Edgar Su/ REUTERS

15 statt 30 Prozent, Apple gibt sich großzügig: App-Entwickler, die auf Apples Download-Plattformen wenig Geld einnehmen, werden künftig eine niedrigere Abgabe für ihre digitalen Erlöse bezahlen.

Bisher müssen Entwickler grundsätzlich 30 Prozent ihrer Einnahmen aus Apps an Apple zahlen. Nehmen sie aber insgesamt weniger als eine Million Dollar im Jahr ein, müssen sie im darauffolgenden Jahr nur noch 15 Prozent abgeben, wie Apple am Mittwoch ankündigte. Das Unternehmen wolle die Entwickler in der Coronakrise unterstützen und sieht den Schritt zugleich als Evolution seines App Stores.

Das Programm wird mit dem kommenden Jahr starten. Als Basis werden die Erlöse des Jahres 2020 nach Abzug der geleisteten App-Store-Abgaben herangezogen. Betrugen diese bis zu einer Million Dollar, qualifiziert sich der Entwickler für 2021 für die 15-Prozent-Abgabe. Sollten die Einnahmen im kommenden Jahr dann die Millionen-Marke überschreiten, werden ab diesem Punkt wieder 30 Prozent fällig. Sinken die Erlöse später unter die Millionen-Schwelle, kann der Entwickler im darauffolgenden Jahr wieder am 15-Prozent-Programm teilnehmen. Das Modell soll dauerhaft gelten.

Apples Preismodell ist zum Politikum geworden

Apple hatte die Abgabe für digitale Produkte und Dienstleistungen beim Start des App Store im Jahr 2008 auf 30 Prozent festgesetzt. Die Abgabe wird etwa beim Verkauf von Apps, bei In-App-Käufen sowie dem Abschluss von Abos fällig. Bei Abos hatte Apple die Abgabe 2016 bereits ab dem zweiten Jahr von 30 auf 15 Prozent gesenkt.

Die 30 Prozent waren zuletzt unter anderem von kleineren App-Entwicklern als zu hoch bezeichnet worden. Apple verwies bisher darauf, dass der App Store ihnen Vorteile wie einen unkomplizierten Zugang zu den Kunden und Sicherheit durch Apples hauseigene Prüfprozesse biete.

Zugleich greifen einige große App-Anbieter wie Epic Games und Spotify gerade das Geschäftsmodell der Download-Plattform insgesamt an. Die Macher des populären Online-Spiels »Fortnite« verklagten Apple, weil sie In-App-Käufe ohne Abgabe anbieten wollen. Der Musikstreaming-Marktführer Spotify wirft Apple unfairen Wettbewerb vor, weil das Unternehmen bei seinem hauseigenen Dienst Apple Music nicht von einer Abgabe auf die Abo-Erlöse belastet werde. Die Kontroverse um die App Stores geriet in den USA auch ins Blickfeld der Politik.

pbe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.