Video-Streaming Apples Netflix-Konkurrent kommt im Herbst

Der neue Streamingdienst Apple TV+ soll laut Medienberichten offenbar spätestens im November an den Start gehen. Für rund zehn US-Dollar monatlich und zunächst mit nur fünf eigenen Serien.

Apple-CEO Tim Cook bei der Vorstellung von Apple TV+ im Steve Jobs Theatre in Cupertino
DPA/Tony Avelar

Apple-CEO Tim Cook bei der Vorstellung von Apple TV+ im Steve Jobs Theatre in Cupertino


Im März hat Apple im kalifornischen Cupertino seine Pläne für neue Unterhaltungsangebote vor vorgestellt, darunter den Video-Streamingdienst Apple TV+. Wann und zu welchem Preis dieser verfügbar sein sollte, sagte der Konzern damals nicht. Laut Informationen von "Bloomberg News" und der "Financial Times" soll das Angebot spätestens ab November erhältlich sein. Offenbar wolle man so Konkurrent Disney zuvorkommen. Dessen neue Videoflatrate "Disney+" geht am 12. November an den Start.

"Bloomberg News" berichtete, mit Verweis auf namentlich nicht genannte Quellen, dass das Angebot zunächst einige wenige Serien umfassen und dann ausgebaut werden soll. Von Beginn an dabei ist die Comedyserie "The Morning Show" über die Tücken des amerikanischen Frühstücksfernsehens. Außerdem wird es eine Neuauflage der Fantasy-Serie "Unglaubliche Geschichten" unter der Regie von Steven Spielberg sowie "See" mit "Game of Thrones"-Darsteller Jason Momoa geben. Dazu die Dramaserie "Truth to be Told" und eine Doku-Serie über außergewöhnliche Häuser ("Home").

Steigende Investitionen in Onlinedienste

Laut "Financial Times" will Apple mehr als sechs Milliarden US-Dollar in die Produktion eigener Filme und Serien investieren, eine Milliarde davon im ersten Jahr. Zum Vergleich: Die diesjährigen Investitionen des Konkurrenten Netflix werden laut der Zeitung auf 14 Milliarden US-Dollar geschätzt. Allein die Produktion von "The Morning Show" mit den Hollywood-Stars Reese Witherspoon und Jennifer Aniston hat laut "Bloomberg" rund 300 Millionen Dollar gekostet.

Dem Bericht zufolge soll der neue Videodienst in den USA rund zehn US-Dollar pro Monat kosten. Bei Netflix und Amazon Prime Video zahlen US-Kunden hingegen ab neun US-Dollar, für Disney+ ist ein Preis von sieben US-Dollar monatlich geplant. Unklar sei, in welchem Rhythmus Serienfolgen veröffentlicht werden. Apple selbst hat die Berichte bisher nicht bestätigt. Unklar ist deswegen auch, in welchen Ländern, außer den USA, das Streaming-Angebot starten wird.

Der Konzern um CEO Tim Cook will mehr Geld mit Abos einnehmen, um sich unabhängiger von seiner bisher mit Abstand größten Einnahmequelle, dem iPhone, zu machen. Während die Erlöse für das Smartphone im vergangenen Quartal fielen, stiegen die Umsätze mit Zusatzgeräten wie der Apple Watch sowie den Onlinediensten. Ab dem Herbst will Apple zudem die Spiele-Flatrate Apple Arcade anbieten, die ihren Nutzern Zugriff auf exklusive Spiele ermöglichen soll.

ngo/dpa



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EuphoricRx 22.08.2019
1. Die Industrie richtet sich zu Grunde
Neue Dienste schießen wie Pilze aus dem Biden. Jeder mit eigenem Exklusivprogrammen. Der Kunde steht nun vor einem Berg an Angeboten, welche er unmöglich alle in Anspruch nehmen kann. Am Ende werden viele wieder auf illegale Downloads zurückgreifen. Schade, Chance vertan.
swnf 22.08.2019
2. Stimmt
Zitat von EuphoricRxNeue Dienste schießen wie Pilze aus dem Biden. Jeder mit eigenem Exklusivprogrammen. Der Kunde steht nun vor einem Berg an Angeboten, welche er unmöglich alle in Anspruch nehmen kann. Am Ende werden viele wieder auf illegale Downloads zurückgreifen. Schade, Chance vertan.
Das ist in der Tat das größte Problem der Video-Streaming Angebote! Bei Musik Streaming ist es relativ egal für welchen Anbieter man sich entscheidet. Man kann wirklich behaupten, dass man sich für knapp €10.-/Mon fast das gesamte Angebot an Musik mieten kann. Bei Filmen und Serien muss man im schlimmsten Fall für jeden Film und jede Serie einen extra Dienst buchen. Das geht gar nicht!
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