Streit über Gebühren im App Store Apple und Epic gehen in die nächste Runde

Trotz eines Teilerfolgs vor Gericht will der Spieleentwickler weiter gegen den iPhone-Konzern vorgehen. In dem Streit über das App-Store-Geschäftsmodell sieht auch Apple sich als Sieger.
Die Logos der Kontrahenten. Die Auseinandersetzung ist noch lange nicht vorbei

Die Logos der Kontrahenten. Die Auseinandersetzung ist noch lange nicht vorbei

Foto: Fabian Sommer / dpa

Der Rechtsstreit um die Regeln im App Store von Apple wird die nächste Gerichtsinstanz beschäftigen. Die Spielefirma Epic Games legte wie angekündigt Berufung gegen das Urteil einer kalifornischen Bezirksrichterin ein, die ihre Forderungen weitgehend abgewiesen hatte. Nur in einem Punkt hatten die Kläger recht bekommen: Apple muss App-Entwicklern die Möglichkeit geben, Nutzerinnen und Nutzer auf alternative Abrechnungsmethoden für Käufe in Apps hinzuweisen. Apple hat nun 90 Tage Zeit, die richterliche Anordnung umzusetzen.

Apple betrachtet sich als Sieger des Verfahrens, weil die Richterin in den übrigen neun Klagepunkten zu Apples Gunsten urteilte. Zudem wurde Epic Games wegen Vertragsbruchs zu einer Schadensersatzzahlung von 3,6 Millionen Dollar an Apple verurteilt.

Apple kommentierte das mit der Aussage, das Gericht habe festgestellt: »Erfolg ist nicht illegal«. Zudem bestätige das Urteil »was wir immer wussten: Der App Store ist kein Verstoß gegen das Kartellrecht«.

Epic Games will sich damit nicht zufriedengeben, ging in Berufung. Die Firma versuchte mit der Klage unter anderem das Recht auf einen eigenen App Store auf dem iPhone durchsetzen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers folgte der Argumentation der Spielefirma, dass es wettbewerbswidrig sei, wenn Apple nur App-Installationen aus der eigenen Download-Plattform zulasse, aber nicht. Beim Erwerb digitaler Artikel und Inhalte über Apples In-App-System müssen Entwickler 15 bis 30 Prozent vom Kaufpreis an den iPhone-Konzern abtreten.

Dem Urteil zufolge stammen rund 70 Prozent der App-Store-Erlöse aus Spiele-Apps. Epic und einige andere große App-Anbieter wollen ihr Geschäft auf dem iPhone ohne Apples App-Store-Abgabe betreiben. Der iPhone-Hersteller kontert, das App-Store-System sei darauf ausgelegt, Verbraucher vor Datendieben und Betrügern zu schützen – die Abgabe sei unter anderem notwendig, um diese Infrastruktur zu finanzieren.

In dem Berufungsverfahren wird der Fall nach US-Recht nicht komplett neu aufgerollt. Die Berufungsrichter überprüfen stattdessen, ob der Richterin Fehler unterlaufen sind. Mit welcher Begründung die Macher des Online-Spiels »Fortnite« das Urteil anfechten, ging aus den am Sonntag veröffentlichten Prozessunterlagen zunächst nicht hervor.

Auch Apple hält sich noch bedeckt: Vertreter des iPhone-Konzerns verwiesen auf die Frist von 90 Tagen, die Richterin Rogers für die Umsetzung der geforderten Änderungen und das mögliche Einlegen von Rechtsmitteln gewährt hatte.

tmk/dpa
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