Nach Online-Beleidigungen Influencerin Bonnie Strange muss 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Die Influencerin Bonnie Strange hatte sich mit einem Modeverkäufer gestritten und ihn in sozialen Netzwerken beleidigt. Jetzt hat ein Gericht sie zu einer Geldstrafe verurteilt.

Influencerin Jana Weilert alias Bonnie Strange
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Influencerin Jana Weilert alias Bonnie Strange


Ihre Wutausbrüche kommen die Influencerin Bonnie Strange teuer zu stehen: Das Landgericht Düsseldorf hat sie am Mittwoch dazu verurteilt, einem Modeverkäufer ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro zu zahlen. Ausschlaggebend seien der stark beleidigende Charakter ihrer Äußerungen und die Verbreitung mehrerer entsprechender Snapchat-Videos gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Zudem hätten sich die Videos, in denen sie den Verkäufer unter anderem als "Arschloch" und "ungevögelten Wichser" bezeichnet hatte, aufgrund ihrer Bekanntheit stark verbreitet. Jana Weilert alias Bonnie Strange ist Model und Social Media-Promi, sie hat allein auf Instagram 830.000 Abonnenten.

Streit im Mode-Shop

Nach ihren eigenen Angaben war die 32-Jährige im Dezember 2017 mit einer Freundin in Berlin shoppen. In einem Modegeschäft soll sie Kleidungsstücke, die ihr gefielen, auf den Boden gelegt haben. Als ein Verkäufer sie aufforderte, die Kleidungsstücke aufzuheben, beleidigte die Influencerin ihn. Der Streit eskalierte und Bonnie Strange wurde aus dem Geschäft geworfen. Draußen filmte sie die Szene via Snapchat, während sie den Mann beleidigte. In den sozialen Netzwerken soll sie ihre Fans nach dem Vorfall zudem aufgefordert haben: "Macht ihn fertig."

Zur Urteilsverkündung waren weder die Klägerseite noch Bonnie Strange oder ihr Anwalt erschienen. Der Anwalt des Modeverkäufers hatte in der Klageschrift ursprünglich mehr als 20.000 Euro Schmerzensgeld gefordert. Das Gericht entschied sich für die Hälfte, da die hochgeladenen Videos durch die Schnelllebigkeit der sozialen Medien schnell an öffentlichem Interesse verloren hätten.

sop/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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Karl IV 17.04.2019
1. Gutes Urteil
Ein gutes Urteil. Mögen noch weitere bei vergleichbaren Vorfällen folgen und „Influencer“ auf den Boden der Tatsachen holen.
GoaSkin 17.04.2019
2.
Man sollte Meinungsmache als Solche kriminalisieren. Woher nimmt sich eigentlich jemand das Recht, die Meinung anderer Leute zu bearbeiten?
C‘est moi 17.04.2019
3. Falsch verstandener Femismus
Sie ist eine Bloggerin. Sie ist jung. Sie ist eine Frau. Sie darf das! Nein, sie darf das nicht. Und das ist gut so - auch wenn sich das unsere dauern online seinde Generation Oberflächlich nicht vorstellen kann.
av-bero 17.04.2019
4. Deswegen
sollte man sich von solchen "Influencer.inen" schleunigst trennen. Was bilden die sich ein, wer sie sind ? Kommen sich vor wie Pop Stars im Internet und wenn man sie von der falschen Seite erwischt, werden sie ausfallend. Und vorallem alles live zu filmen und sofort ins Netz zu stellen, "Guckt mal, liebes Klatschvieh, was der mit eurer Königin macht" und selbiges schreit entrüstet : Mach ihn fertig. Sowas finde ich abartig. Dafür wurde das Internet bestimmt nicht erfunden.
rst2010 17.04.2019
5. influencer
auf deutsch 'beeinflusser' ist eh was negatives. leute manipulieren zu wollen, zudem dazu, irgendwas zu kaufen, ist negativ.
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