Britische Wettbewerbsbehörde Meta soll Giphy wieder verkaufen

Das Unternehmen, das einst Facebook hieß, darf den für 400 Millionen Dollar übernommenen GIF-Dienst nicht behalten – das haben Wettbewerbshüter angeordnet. Sie fürchten, die Bildchen könnten Meta noch mehr Nutzer zutreiben.
Die britische Wettbewerbsbehörde nennt Meta weiterhin Facebook

Die britische Wettbewerbsbehörde nennt Meta weiterhin Facebook

Foto: Dado Ruvic / REUTERS

Der Internetkonzern Meta, zu dem unter anderem Facebook und Instagram gehören, soll das Start-up Giphy, das Sticker und GIFs (kurze Filmchen) zur Bebilderung und Kommentierung von Mitteilungen anbietet, wieder verkaufen. Das ordnete am Dienstag die britische Wettbewerbsbehörde CMA  (Competition and Markets Authority) an. Damit würden »Millionen Nutzer sozialer Medien geschützt sowie Wettbewerb und Innovationen in der Onlinewerbung gefördert«, erklärte die Behörde.

Meta, das damals noch Facebook hieß, hatte die Übernahme von Giphy für 400 Millionen Dollar im Mai 2020 angekündigt. Giphy gibt es seit 2013, als Unternehmensziel gibt die Firma an, »Kommunikation spaßiger machen« zu wollen.

Die Wettbewerbsbehörde kritisiert unter anderem, dass Meta anderen Plattformen den Zugang zu Giphy erschwere oder ganz verwehre. Dadurch würden den zu Meta gehörenden Diensten Facebook, WhatsApp und Instagram mehr Nutzer zugeleitet. Ohnehin würden die drei genannten Angebote schon 73 Prozent der Zeit, die britische Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Medien verbringen, auf sich vereinen. Zudem fürchtet die Behörde, Meta könne die Nutzungsbedingungen von Giphy derart ändern, dass Apps wie TikTok, Twitter und Snapchat mehr Nutzerdaten übermitteln müssen, um Giphy verwenden zu dürfen.

Die CMA hatte Meta – damals noch unter dem Namen Facebook – erst Ende Oktober zu einem Bußgeld von 50,5 Millionen Pfund (rund 60 Millionen Euro) verdonnert, weil sich der US-Konzern geweigert hatte, angeforderte Informationen zur Übernahme von Giphy zu übermitteln. Damit wollte die Behörde nach eigenen Angaben den »Integrationsprozess« der beiden Unternehmen stoppen. Auf das soziale Netzwerk Facebook entfallen über 50 Prozent des britischen Online-Werbemarkts.

Meta kritisiert die Entscheidung der Behörde als »unfair« und erwägt, Widerspruch einzulegen, sagte ein Sprecher des Konzerns in einer ersten Reaktion.

mak/AFP

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