Gegen Desinformation zur Bundestagswahl Facebook öffnet WhatsApp für externe Faktenprüfer

Wer im Kontext der Bundestagswahl auf fragwürdige WhatsApp-Nachrichten stößt, kann diese einem Faktencheck unterziehen lassen. Zudem will Facebook jüngere und ältere Nutzer gesondert ansprechen.
Icons von WhatsApp und Facebook: Manipulationsversuche im Vorfeld der Wahl erschweren

Icons von WhatsApp und Facebook: Manipulationsversuche im Vorfeld der Wahl erschweren

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Zum Start der heißen Phase im Bundestagswahlkampf will Facebook verstärkt gegen Falschinformationen vorgehen und vertraut dafür auf Hilfe von außen. In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und mehreren Medienunternehmen sollen Manipulationsversuche im Vorfeld der Bundestagswahl erschwert werden, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Dazu gibt es erstmals Angebote, die sich speziell jeweils an ältere oder jüngere Nutzer richten. Zudem eröffnet Facebook einen Weg für Faktenchecks auf WhatsApp.

Dazu wird Facebook die technische Schnittstelle des Chat-Dienstes, die WhatsApp-Business-API, für die Faktenchecker der Nachrichtenagentur AFP und die von »Correctiv« öffnen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer auf fragwürdige Informationen stoßen, können sie diese in Form einer WhatsApp-Nachricht an die entsprechenden WhatsApp-Kanäle von AFP und »Correctiv« schicken und erhalten einen Faktencheck über WhatsApp zurück. Über folgende Nummern sind die Fact-Checker per WhatsApp zu erreichen:

  • AFP: + 49 172 2524054

  • »Correctiv«: +49 151 17535184

WhatsApp gilt laut einer Umfrage der Hochschule für angewandte Wissenschaft (HAW) in Hamburg unter Expertinnen und Experten als wichtigstes Social-Media-Netzwerk für die Verbreitung von Desinformation.

Mit der Bundeszentrale für politische Bildung startet Facebook die Kampagne »Du hast die Wahl«, mit der die Medienkompetenz aller Bürgerinnen und Bürger erhöht werden soll. »Wir geben dort praktische Hinweise darauf, wie Falschnachrichten identifiziert werden können«, erklärte das Unternehmen.

Speziell an jüngere Nutzerinnen und Nutzer richtet sich eine Instagram-Kampagne der unabhängigen Faktenchecker von »Correctiv«. Sie beinhaltet ebenfalls Tipps, wie man Falschinformationen erkennen und melden kann. Gleichzeitig soll aber auch grundlegendes Wissen zur Wahl vermittelt werden.

Für die ältere Zielgruppe wiederum bietet Facebook in Zusammenarbeit mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und Dagmar Hirche, Unternehmerin und Gründerin des Vereins »Wege aus der Einsamkeit«, eine dreiteilige Videoserie zum Thema Falschinformationen  an. Dabei wird ein Mitglied des dpa-Faktenchecker-Teams Ratschläge zum Umgang mit Falschinformationen aus den Bereichen Politik, Nachrichten und Gesundheit geben. »Ältere Menschen sind tendenziell empfänglicher für Falschmeldungen als junge«, hatte der Leiter der HAW-Studie die Ergebnisse seiner Umfrage zusammengefasst.

pbe/dpa
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