Geldspritze für OpenAI Microsoft will angeblich zehn Milliarden Dollar in KI-Firma investieren

Der universelle Chatbot ChatGPT von OpenAI sorgt für Furore und soll künftig Microsoft Office oder die Suchmaschine Bing ergänzen. Auch andere Investoren sind sehr an der Technologie interessiert.
OpenAI-Logo: Nach den eindrucksvollen Produkten wird nun ein eindrucksvolles Geschäftsmodell gesucht

OpenAI-Logo: Nach den eindrucksvollen Produkten wird nun ein eindrucksvolles Geschäftsmodell gesucht

Foto: Jonathan Raa / NurPhoto / IMAGO

Der Chatbot ChatGPT und das darunterliegende Sprachmodell GPT-3 sorgen seit Wochen für Furore: Millionen nutzen die bisher kostenlose Technik von OpenAI dazu, Texte zu erstellen, Hausaufgaben zu machen oder auch neue Rezepte zu erfinden . Auf den Ansturm der Nutzerinnen und Nutzer folgt nun das Investoreninteresse. Wie »Semafor« unter Berufung auf informierte, aber anonyme Kreise berichtet, ist Microsoft derzeit in Gesprächen, zehn Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) in OpenAI zu investieren.

Der IT-Konzern aus Redmond gehörte schon zu den frühen Unterstützern von OpenAI und investierte nicht nur eine Milliarde Dollar, sondern stellt auch seine Cloud-Infrastruktur für die rechenintensiven Anwendungen wie ChatGPT oder den Bildgenerator DALL-E zur Verfügung. Im Gegenzug bekam Microsoft eine Exklusivlizenz zur Nutzung von GPT-3. Die Technik soll künftig ins Kerngeschäft integriert werden. So wird über eine Integration der Technik in Microsofts Suchmaschine Bing, als auch in die Officeprodukte spekuliert.

Microsoft sichert sich Gewinne

Microsoft und OpenAI haben auf den Bericht noch nicht reagiert. Semafor nennt  unter Berufung auf die Insider aber bereits Details. Demnach will Microsoft einen Anteil von 49 Prozent an OpenAI übernehmen, aber auch 75 Prozent der Gewinne von OpenAI einkassieren, bis es seine anfängliche Investition zurückerhalten hat.

Diese Gewinne sind noch in weiter Ferne. Derzeit produziert OpenAI vor allem Kosten. Jede Anfrage bei ChatGPT verbraucht Rechenzeit, der derzeit kaum Einnahmen entgegenstehen.

Dass viele Nutzerinnen und Nutzer durchaus für den Service zahlen würden, zeigt sich derzeit in Apples App Store. Wie »MacRumors« berichtet , haben mehrere Anbieter kostenpflichtige Apps veröffentlicht, die den eigentlich kostenlosen Dienst weiterverkaufen oder die eigene, minderwertige ChatBots unter dem Namen OpenAI vermarkten. Eine App, die Jahresabos für knapp 50 Dollar anbietet, zählt derzeit sogar zu den meistverkauften Produktivitäts-Apps.

Mit der Geldspritze von Microsoft würde das von Tesla-Chef Elon Musk mitgegründete Unternehmen mit rund 29 Milliarden Dollar bewertet. An dem Deal sollen sich auch Wagniskapitalgeber beteiligen. Bereits zuvor hatte das »Wall Street Journal« berichtet, dass OpenAI bestehende Aktien verkaufen will und dabei diesen Unternehmenswert zugrunde legt. Risikokapitalfirmen wie Thrive Capital und Founders Fund Aktien sollen zu den Interessenten gehören.

tmk/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Playlist
Speichern Sie Audioinhalte in Ihrer Playlist, um sie später zu hören oder offline abzuspielen. Zusätzlich können Sie Ihre Playlist über alle Geräte mit der SPIEGEL-App synchronisieren, auf denen Sie mit Ihrem Konto angemeldet sind.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren