Audio-App Clubhouse schafft umstrittene Vorgabe für Einladungen ab

Wer neue Nutzerinnen und Nutzer in die App Clubhouse holen wollte, musste dafür bisher sein iPhone-Adressbuch freigeben. Jetzt ist diese viel kritisierte Regel entschärft worden.
Clubhouse-App: Nutzerinnen und Nutzer können jetzt über ihre Telefonnummer eingeladen werden

Clubhouse-App: Nutzerinnen und Nutzer können jetzt über ihre Telefonnummer eingeladen werden

Foto: Christoph Dernbach / dpa

Zum Liebling der Sicherheitsforscher oder der Menschenrechtsaktivistinnen wird Clubhouse in absehbarer Zeit wohl nicht werden. Dafür stand die Gesprächs-App  in den vergangenen Wochen zu häufig und heftig in der Kritik. Es ging dabei zum Beispiel um Angriffsmöglichkeiten für Hacker und Verbindungen der App nach China .

Eine aktuelle Anpassung der App dürfte nun aber zumindest einige Datenschutzbeauftragte freuen. Mit der neuen Version der App hat Clubhouse seine umstrittene Vorgabe abgeschafft, dass Nutzerinnen und Nutzer, die Dritte in die App holen wollen, dem Programm zuvor Zugriff auf ihr gesamtes iOS-Adressbuch gewähren müssen.

Über die neu gestaltete Einladeseite lassen sich in der App jetzt einzelne Telefonnummern eintippen: Auf diesem Weg kann man nun Nutzerinnen und Nutzern, die gar nicht im eigenen Adressbuch stehen, einen Besuch in der Welt der Onlinetalks nahelegen. Alternativ bietet Clubhouse die Option, dass man über einen Button gezielt Kontakte aus dem eigenen iPhone-Adressbuch pickt, ohne dass zugleich auch alle anderen Kontakte übermittelt werden.

Einladeseite in der Clubhouse-App: Weiterhin kommen nur Kontakte mit iOS-Geräten infrage

Einladeseite in der Clubhouse-App: Weiterhin kommen nur Kontakte mit iOS-Geräten infrage

Foto: Clubhouse

Ein Komplettzugriff auf alle Telefonnummern des Adressbuchs lässt sich über die Schaltfläche »Searching using your contacts« zwar prinzipiell auch weiter gewähren. Anders als bisher drängt Clubhouse einladewilligen Nutzerinnen und Nutzern eine solche Adressbuch-Freigabe aber nicht mehr auf.

Es gibt noch immer keine Android-App

Grundsätzlich bleibt Clubhouse eine App, die es bisher nur für iPhones gibt und die man nur nutzen kann, wenn man von jemand anderem dazu eingeladen wurde. Eine Android-Fassung ist aber in Entwicklung und Clubhouse bietet Interessierten die Möglichkeit, sich in eine Warteliste einzutragen. Durch sie ist es mit etwas Geduld auch möglich, ohne vorherige Einladung Zugang zur App zu bekommen.

Nutzerinnen und Nutzer, die bereits in der Vergangenheit ihr Adressbuch freigegeben haben, sollen bald die Option bekommen, Clubhouse direkt über die App zum Löschen zuvor übermittelter Kontaktdaten aufzufordern. Das haben die Macher der App laut übereinstimmenden  Berichten  am Sonntag in einem ihrer Online-Townhall-Meetings angekündigt.

Als Zwischenlösung bieten sie offenbar an, dass man sich bei ihnen melden und so die Löschung jener Daten beauftragen kann. Genauere Details dazu nennen die Quellen, die von dem Meeting berichten, nicht.

Auf der Website von Clubhouse  heißt es allgemein, für Änderungen oder Korrekturen, die persönliche Daten betreffen, solle man sich via support@alphaexplorationco.com an den Support des Dienstes wenden.

mbö