Live-Audiofunktion Clubhouse bekommt wohl Konkurrenz von Twitter und Facebook

Wer Erfolg hat, wird kopiert. Diese Grundregel des Silicon Valley bekommt auch Clubhouse zu spüren. Die Audiochat-App bekommt Konkurrenz von den großen sozialen Netzwerken. Twitter ist dabei weiter als Facebook.
Clubhouse-App: Nachahmer werden bereits entwickelt

Clubhouse-App: Nachahmer werden bereits entwickelt

Foto: Mark Schiefelbein / AP

Die aufstrebende Audio-App Clubhouse bekommt Konkurrenz: Twitter weitet den Testlauf seines Spaces genannten Angebots aus. Und auch bei Facebook habe Gründer und Chef Mark Zuckerberg die Entwicklung eines Clubhouse-Konkurrenzprodukts in Auftrag gegeben, schreibt die »New York Times«  unter Berufung auf anonyme Quellen. Facebook ist bekannt dafür, populäre Funktionen anderer Social-Media-Dienste in seinen Apps nachzuahmen. Noch sei das Projekt aber im Anfangsstadium, schreibt die Zeitung.

Twitter ist schon weiter. Spaces testen bisher zwar nur einige Tausend Nutzerinnen und Nutzer, aber es werden jetzt mehr. Die Unterhaltungen sind vorerst aber nur in der Twitter-App auf dem iPhone erreichbar, erkennbar in der oberen Menüleiste, in der auch Twitters sogenannte Fleets – die selbstlöschenden Tweets – verlinkt sind.

Produktchef Kayvon Beykpour sagte in der Nacht zum Donnerstag in einer Unterhaltung bei Spaces, er sehe Chancen darin, den Austausch von Informationen bei Twitter durch Gespräche zwischen Nutzern zu ergänzen.

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Bei Clubhouse können zahlreiche Nutzer an Talkrunden teilnehmen. Nur einige von ihnen können gleichzeitig sprechen. Die App gewann in den vergangenen Monaten unter anderem nach Auftritten von Prominenten wie Elon Musk schnell an Popularität. In China fanden sich Han-Chinesen, Uiguren, Taiwaner und Hongkonger in den sogenannten Clubhouse-Räumen zusammen, um zum Beispiel über die Verfolgung von Minderheiten zu sprechen, daraufhin wurde die App schnell blockiert.

Twitter denkt über eine Aufnahmefunktion nach

Während bei Clubhouse die Zahl der Zuhörer bei einer Talkrunde aber auf 5000 begrenzt ist, sind bei Spaces keine Beschränkungen vorgesehen. Gleichzeitig können bis zu zehn Teilnehmer das Wort ergreifen, mit der Zeit sollen es aber mehr werden.

Viele Aspekte seien noch in Arbeit, sagte Beykpour. So habe man noch nicht entschieden, ob es eine Aufnahmefunktion zum späteren Anhören geben soll. Aktuell sind die Unterhaltungen nach dem Ende des Livestreams weg. Zum einen seien die Nutzer dadurch lockerer, zum anderen lohne es sich meistens auch nicht, sich Unterhaltungen nachträglich komplett anzuhören. Er könne sich aber vorstellen, dass es eine sinnvolle Funktion sein könnte, interessante Fragmente der Talkrunden zum späteren Teilen aufzeichnen zu können.

Für die Steuerung der Unterhaltung will Twitter neue Funktionen entwickeln – etwa die Möglichkeit, Redner, die sich schlecht benehmen, herunterzustufen. Twitter hat den Vorteil, dass es bereits ein Netzwerk aus Dutzenden Millionen Nutzern gibt, die einander auf der Plattform folgen. An Clubhouse wurde kritisiert, dass die App für die Einladungsfunktion Zugriff auf die Kontakte der Nutzerinnen und Nutzer verlangt und diese dann auf die eigenen Server hochlädt.

pbe/dpa
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