Anbahnung eines Digitaltreffens Kreml nennt Clubhouse-Gespräch zwischen Putin und Musk »interessanten Vorschlag«

Was will Elon Musk mit Wladimir Putin besprechen? Und braucht es dafür die Trend-App Clubhouse? Die Anfrage für ein Treffen des Tesla-Chefs mit dem russischen Präsidenten wirft Fragen auf – auch im Kreml.
Elon Musk: Einfach mal Putin um ein Gespräch bitten

Elon Musk: Einfach mal Putin um ein Gespräch bitten

Foto: STEVE NESIUS / REUTERS

»Möchten Sie sich mit mir auf Clubhouse unterhalten?« Mit dieser Frage hat sich Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk am Samstag an den offiziellen englischsprachigen Twitteraccount des Kremls gewandt, der »President of Russia« heißt. Milliärdär Musk will offenbar mit Wladimir Putin quatschen, erfuhr die Welt so, in der Audio-only-App Clubhouse, die derzeit auch in Deutschland an Beliebtheit gewinnt.

Worum es dabei gehen soll? Und warum das Gespräch ausgerechnet bei Clubhouse stattfinden sollte, wenn die zwei Gesprächspartner auch andere Kanäle nutzen könnten? Unklar. »Es wäre eine große Ehre, mit Ihnen zu sprechen«, schob Musk auf Russisch nach.

Sicher ist nur eines: Die Anfrage wurde wahrgenommen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sprach am Montag von einem »sehr interessanten Vorschlag«. Er schränkte zugleich ein, dass zunächst klarer sein müsse, was genau Musk dabei vorschwebe. Erst dann »werden wir reagieren«, sagte Peskow. Der Sprecher wies zudem darauf hin, dass Wladimir Putin normalerweise nicht in Onlinenetzwerken unterwegs sei.

Prominente mögen Clubhouse

Bei Clubhouse handelt es sich um eine Audioplattform, deren Nutzer digitale Räume besuchen können, in denen Nutzer miteinander diskutieren oder sich einfach zuhören können. Zugang zur App bekommt nur, wer sich in eine Warteliste einträgt oder von einem bestehenden Mitglied eingeladen wird. Clubhouse erhält so einen gewissen Anstrich von Exklusivität.

Die App scheint auch auf Prominente, Politiker und Techmilliardäre eine gewisse Anziehungskraft zu haben. Neben Elon Musk war beispielsweise auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg schon bei Clubhouse online.

Bislang ist die App ausschließlich für iOS-Geräte verfügbar. Nutzer mit Android-Smartphones bleiben außen vor, bis eine Android-Version fertiggestellt wird.

Ein Clubhouse-Auftritt von Elon Musk hatte bereits Anfang Februar Schlagzeilen gemacht. Musk hatte in der App unter anderem Vlad Tenev, den Gründer der Trading-App Robinhood, ausgefragt. Tenevs Firma stand zu jenem Zeitpunkt im Zuge des Börsenwahnsinns rund um die GameStop-Aktie massiv in der Kritik. Den Fragen von Elon Musk aber stellte er sich .

mbö/AFP