Vorstoß der Provider Corona-Warn-App belastet das Datenvolumen nicht

Sollte man die Corona-Warn-App nutzen oder nicht? Zumindest die Mobilfunkkosten müssen bei dieser Entscheidung keine Rolle spielen: Die Provider gewähren der App einen Sonderstatus.
Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Die Mobilfunkbetreiber in Deutschland werden ihren Kunden den Datenverkehr, der durch die neue Corona-Warn-App entsteht, nicht berechnen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Tim Höttges, am Dienstag bei der Vorstellung der App in Berlin an. Dieses "Zero Rating", über das bei anderen Themen mit Blick auf die sogenannte Netzneutralität seit Jahren gestritten wird , soll im Fall der Warn-App demnach nicht nur von der Telekom, sondern auch von Telefónica Deutschland  und von Vodafone  praktiziert werden.

Das "Zero Rating"-Angebot bedeute, "dass die App keinerlei Datenvolumen Deines Tarifs oder Prepaid-Guthabens verbraucht", erklärt Vodafone das Konzept, "ganz unabhängig von Deinem Smartphone-Modell und Mobilfunkanbieter. So erfüllt die Corona-Warn-App jederzeit zuverlässig ihren Zweck."

Die Android-Version der deutschen App, die auf Smartphones mit mindestens Android 6 läuft, erreichte ersten Zahlen zufolge schon binnen weniger Stunden mehr als 500.000 Installationen. Für die Variante für Apples Betriebssystem iOS lagen zunächst noch keine Zahlen vor.

"Auf Augenhöhe" mit Apple und Google

Tim Höttges betonte, die von der Bundesregierung beauftragte App, an der sein Unternehmen wie auch SAP maßgeblich beteiligt war, sei ein Beweis der Leistungskraft Deutschlands. Durch die in Deutschland geleistete Entwicklungsarbeit werde auch die Bluetooth-Technik weltweit verbessert: "Wir haben mit konkreten Messergebnissen bei den Bluetooth-Signalen zur Verbesserung der Programmschnittstellen bei Apple und Google beigetragen."

Höttges verwies darauf, die Digitalisierung betreffe nicht nur die Nachverfolgung von Infektionsketten, sondern auch der Testzentren und Labors. "Dadurch wird die gesamte Kommunikation signifikant beschleunigt", sagte der Telekom-Chef. "Wir gehen davon aus, dass gegenüber dem analogen Prozess bis zu vier Tage gewonnen werden können." Bis zu 20 Prozent der großen Testkapazitäten seien bereits digitalisiert, der Anteil soll schnell wachsen.

SAP-Technikchef Jürgen Müller verwies auf die starke Beteiligung der Entwickler-Community, weil man den transparenten Weg verfolgt habe, die App als Open-Source-Projekt zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Apple und Google sei "auf Augenhöhe" verlaufen.

mbö/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.