Update geplant Corona-Warn-App ermöglicht bald Angabe von Symptomen

Am kommenden Montag soll die Corona-Warn-App um eine neue Funktion erweitert werden. Das Gesundheitsministerium prüft nach SPIEGEL-Informationen außerdem weitere Updates, um die App attraktiver zu machen.
Mit dem Update auf Version 1.3. wurden Fehler in der App behoben, nun sollen neue Funktionen folgen

Mit dem Update auf Version 1.3. wurden Fehler in der App behoben, nun sollen neue Funktionen folgen

Foto: Christoph Dernbach / dpa

Die Corona-Warn-App wird voraussichtlich am kommenden Montag mit neuen Funktionen ausgestattet: Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll es mit dem nächsten Update möglich sein, bei einer Infektionsmeldung in der App zusätzlich anzugeben, ob und seit wann man Krankheitssymptome hat. Außerdem soll die App dann auch über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren.

Die Angabe von Symptomen werde freiwillig sein, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Durch die zusätzlichen Angaben soll die Risikoberechnung der App verbessert werden. Diese ermittelt für Kontaktpersonen von Infizierten, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist. So kann die App feststellen, ob durch Kontakte ein hohes oder niedriges Ansteckungsrisiko bestand.

Weitere Funktionen werden geprüft

Um die App attraktiver zu machen, denkt das Ministerium über weitere Funktionen nach. So könnten Statistiken über die aktuelle Verbreitung des Coronavirus in der App angezeigt werden, zum Beispiel Zahlen zu Neuinfektionen in einzelnen Bundesländern, Regionen und Städten. Wie genau die Funktion aussehen könnte, sei aber noch in der Prüfung, heißt es dazu aus dem Ministerium.

DER SPIEGEL 43/2020

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Für ein späteres Update prüft das Bundesgesundheitsministerium aktuell auch die Einführung eines sogenannten Kontakttagebuches. Der Informatiker Henning Tillmann hatte eine solche Funktion, die es in der irischen Warn-App bereits gibt, als Ergänzung gefordert. Aus der Open-Source-Community gibt es bereits Vorschläge dazu.

Mit einem solchen Tagebuch könnten Nutzerinnen und Nutzer der Warn-App freiwillig ihre Kontakte eingeben. Dadurch wäre im Falle einer Infektion leichter nachzuvollziehen, mit welchen Nicht-Nutzern der App sie Kontakt hatten. Die Daten könnten datenschutzfreundlich nur lokal auf dem Gerät gespeichert und nach 14 Tagen immer automatisch gelöscht werden.

Nicht jeder Nutzer teilt sein positives Ergebnis mit

Aktuell wird die App von rund 16 Millionen Personen genutzt. Je mehr Menschen die App verwenden, umso besser kann sie bei der Pandemiebekämpfung helfen.

Besonders wichtig ist dabei die sogenannte Warnquote der App, die aktuell laut Gesundheitsministerium bei 60 Prozent liegt. Das bedeutet, dass nur sechs von zehn positiv getesteten Nutzerinnen und Nutzern ihr Ergebnis in der Warn-App hinterlegen. Im Vergleich zu Mitte September sei die Warnquote aber bereits gestiegen.

Studie zur App-Nutzung ohne Smartphone

Das Gesundheitsministerium lässt außerdem in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob die Funktionen der Corona-Warn-App auch auf anderen Geräten laufen könnte. So könnten auch Personen ohne Smartphone oder mit älteren Smartphones, auf denen die Warn-App wegen veralteter Betriebssysteme nicht funktioniert, die App nutzen und über potenzielle Risikobegegnungen gewarnt werden.

Die Studie wird an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel durchgeführt. Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor.

Hinweis: Der Artikel wurde um die Angabe zum Tag des Updates und den Satz zur grenzüberschreitenden Funktion ergänzt.

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