Update steht bereit Corona-Warn-App ermöglicht jetzt Check-ins

Die lange versprochene Funktion für den Besuch von Veranstaltungen oder Geschäften ist nun in der Corona-Warn-App verfügbar. Das Ziel ist vergleichbar mit dem der Luca-App, der Ansatz jedoch datensparsamer.
App-Update verfügbar: Besuchsregistrierung mit der Corona-Warn-App

App-Update verfügbar: Besuchsregistrierung mit der Corona-Warn-App

Foto: Christoph Dernbach / dpa

Mit einem seit Mittwoch verfügbaren Update auf die Version 2.0 bekommt die offizielle Corona-Warn-App des Bundes eine eigentlich bereits für »recht zeitnah nach Ostern« geplante neue Funktion, die bei der Erkennung von Infektionsclustern helfen soll. Veranstalter, Geschäftsinhaber oder Gastgeber können mithilfe der App QR-Codes generieren, die zur Registrierung der Besucherinnen und Besucher dienen. Diese wiederum können einchecken, indem sie den jeweiligen QR-Code scannen.

Wird später einer von ihnen positiv auf eine Coronavirus-Infektion getestet und teilt diese Information mit der App, fließt sie in die Risikoberechnung aller anderen registrierten Besucherinnen und Besucher ein. Wird ein Schwellenwert überschritten, erhalten sie eine Warnung. Entscheidend dafür ist, ob sie sich zur gleichen Zeit oder bis zu 30 Minuten nach der infizierten Person im (mutmaßlich) gleichen Raum aufgehalten haben.

Hintergrund der Weiterentwicklung ist die Erkenntnis, dass der bisherige Ansatz der Tracing-App nicht weit genug ging. Bislang erfasste die Corona-Warn-App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger aufgehalten hatten, als Risikokontakte. Bei der Analyse von Infektionsketten stellte sich aber heraus, dass dies nicht ausreicht. Denn in geschlossenen Räumen wie Restaurants, Kaufhäusern oder Kirchen verbreiten sich potenziell gefährliche Luftpartikel auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Aerosole, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer problematischen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

Die Corona-Warn-App verfolgt dabei einen anderen Ansatz als die von vielen Bundesländern bereits bestellte, unter anderem vom Chaos Computer Club (CCC) aber heftig kritisierte Luca-App des Berliner Start-ups neXenio. Nutzerinnen und Nutzer von Luca sollen sich namentlich und mit ihrer Mobilfunknummer registrieren, damit Gesundheitsämter sie direkt kontaktieren können, wenn sich herausstellt, dass sie auf derselben Veranstaltung waren wie eine infizierte Person. Bei der Corona-Warn-App hingegen werden alle Nutzerinnen und Nutzer direkt über die App gewarnt, ohne dass die Gesundheitsämter erfahren, wer auf welcher Veranstaltung war. Das allerdings erfüllt die Vorgaben der Bundesländer an Veranstalter nicht, die Registrierung über die Corona-Warn-App ist daher vor allem für private Veranstaltungen gedacht.

Die Version 2.0 der Corona-Warn-App ist über den App-Store von Apple und den Play-Store von Google verfügbar. Wer sie dort zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht finden kann, sollte einfach in den nächsten Stunden oder am nächsten Tag noch einmal nachschauen.

In künftigen Versionen der App soll – noch vor Beginn der Sommerferien – auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können.

Hinweis: Die Angaben zu den Vorgaben der Bundesländer im vierten Absatz wurden ergänzt.

pbe/dpa