Vorschlag für neue Funktion Grüne fordern Clusternachverfolgung in der Corona-Warn-App

Cluster spielen für die Verbreitung des Coronavirus eine wichtige Rolle. Doch bisher merkt die Warn-App nicht, wenn mehrere Menschen in einem Restaurant oder zu Hause zusammenkommen. Eine neue Funktion könnte dies ändern.
Corona-Warn-App: Hier wird ein erhöhtes Risiko angezeigt

Corona-Warn-App: Hier wird ein erhöhtes Risiko angezeigt

Foto: Tim Oelbermann / imago images/Tim Oelbermann

Angesichts der Überlastung der Gesundheitsämter schlagen die Grünen vor, die Kontaktnachverfolgung durch die Corona-Warn-App deutlich zu verbessern. Ziel sei es, die Pandemiebekämpfung künftig auf Cluster zu konzentrieren, in denen besonders viele Menschen zusammenkommen, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz dem "Handelsblatt" vom Donnerstag .

Bei der Corona-Bekämpfung spiele die Erkennung von Clustern eine immer wichtigere Rolle. "Diese können aber allein auf der Basis der Abstandsmessung zwischen einzelnen Geräten bisher von der App nicht erfasst werden", sagte Notz. Der Grünenpolitiker forderte eine Erweiterung der Corona-Warn-App um eine manuelle Funktion zum Erfassen von Zusammenkünften mehrerer Personen, zum Beispiel zu Hause, im Restaurant oder im beruflichen Meeting.

Dafür könne ein QR-Code verwendet werden, der von einem Teilnehmenden erzeugt werde oder auch statisch beispielsweise für ein Restaurant gelte. "Mit diesem Code bekomme ich einen Schlüssel, der für die Dauer der angesetzten Zusammenkunft oder für einen vorher festgelegten Zeitraum gilt", so der Grünenpolitiker. Melde sich ein Beteiligter des Treffens mit einem positiven Testergebnis, würden über diesen Schlüssel alle anderen informiert. Die Bundesregierung solle daher diese Möglichkeit einer zusätzlichen Funktion für die App prüfen und diese "schnellstmöglich" umsetzen.

Auch automatische Cluster-Erkennung wäre denkbar

Experten fordern schon länger weitere Funktionen und Updates, um die Warn-App effizienter und attraktiver zu machen. Einer der Vorschläge ist dabei eine automatische Erkennung, ob Nutzerinnen und Nutzer sich innerhalb einer größeren Menschenmenge oder einer Cluster-Situation befinden.

Diese Information könnte als zusätzlicher Hinweis zur Sensibilisierung der Nutzer angezeigt werden und auch bei der späteren Nachverfolgung hinterlegt werden. So könnte festgestellt werden, dass eine von der Warn-App identifizierte Risikobegegnung bei einem Treffen mit mehreren Menschen stattfand. Das könnte die Arbeit der Gesundheitsämter ebenfalls erleichtern.

Die automatische Cluster-Erkennung ließe sich datenschutzfreundlich umsetzen, da sie ebenfalls auf das System der Warn-App zurückgreifen würden, bei dem keine persönlich identifizierbaren Informationen übertragen oder zentral gespeichert werden.

hpp/afp
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