Update für neue Funktion Corona-Warn-App hat jetzt ein Kontakttagebuch

Damit Infektionsketten leichter durchbrochen werden können, bietet die Corona-Warn-App jetzt ein Kontakttagebuch an. Die Nutzung und Weitergabe der Informationen ans Gesundheitsamt sind freiwillig.

Für die von der Telekom und SAP entwickelte Corona-Warn-App gibt es ein weiteres Update. Dessen wichtigster Bestandteil ist ein Kontakttagebuch. Nutzer können darin alle Begegnungen und besuchten Orte der jeweils zurückliegenden 14 Tage eintragen. Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, soll mithilfe des Tagebuchs leichter nachvollziehen können, wen er oder sie warnen muss, um Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen. Kontaktpersonen, die nicht selbst die App nutzen, bekommen sonst möglicherweise keinen oder nur einen verspäteten Hinweis vom Gesundheitsamt auf das Treffen mit der infizierten Person.

Die Einführung des Kontakttagebuchs in der App war seit Mitte November im Gespräch. Nach dem Update auf die Version 1.10 erscheint es beim Öffnen der App. Um die Begegnungen der vergangenen zwei Wochen einzutragen, werden die entsprechenden Kontakte über den blauen Button »+ Person« aus dem persönlichen Telefonbuch übertragen. Zusätzlich können auch Zeitraum und Ort festgehalten werden.

In die Eingabefelder können auch Spitznamen oder eigene Ortsbezeichnungen eingetragen werden. Hiervon raten die App-Entwickler allerdings ab, da dadurch gegebenenfalls eine nachvollziehbare Verfolgung der Infektionskette erschwert wird. Hat man wiederholt Kontakt zu bestimmten Menschen oder besucht man einen Ort mehrfach, muss dies nicht ein zweites Mal angegeben werden, sondern lässt sich einfach aus der Liste auswählen.

Neu in der Corona-Warn-App: Begegnungen und besuchte Orte eintragen

Neu in der Corona-Warn-App: Begegnungen und besuchte Orte eintragen

Foto: Patrick Beuth

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann die Daten aus dem Kontakttagebuch an das Gesundheitsamt schicken. Das funktioniert folgendermaßen: Durch das Antippen des Symbols am oberen rechten Rand auf dem Smartphonebildschirm öffnet sich ein Menü mit der Funktion »Einträge exportieren«, und es erscheint eine Kontaktliste der zurückliegenden 14 Tage. Deren Versand funktioniert per Mail, WhatsApp, iMessage oder SMS. Das Eintragen und die Datenweitergabe an das Gesundheitsamt sind aber rein freiwillig, betonen die Entwickler. Die Daten werden zudem nur in der App gespeichert und nach 16 Tagen automatisch gelöscht.

Nutzer eines iPhones können die Version 1.10 ab sofort aus dem App-Store manuell herunterladen. Dazu müssen sie die Corona-Warn-App suchen und anklicken, erst dann wird die Option »Update« sichtbar. Wegen der hohen Downloadzahlen der App steht das Rollout in Wellen bereit.

Googles Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen. Android-Nutzern soll die neue Version der App aber innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen, kündigten die Entwickler an.

pbe/dpa
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