Update erschienen Corona-Warn-App kann jetzt den Impfnachweis anzeigen

Wer zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurde, soll ein Impfzertifikat bekommen. Dieses kann dann in einer speziellen App abgespeichert werden. In der Corona-Warn-App wäre das schon jetzt möglich.
Corona-Warn-App

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Foto: Oliver Berg / dpa

Der digitale Impfnachweis rückt näher, die technischen Voraussetzungen sind zum Teil bereits geschaffen oder werden in den kommenden Tagen fertiggestellt: So sollen die Apotheken in Deutschland am kommenden Montag damit beginnen, die digitalen Impfnachweise auszugeben. Dabei handelt es sich um kryptografisch signierte Zertifikate in Form von QR-Codes, die eine vollständige Impfung gegen Covid-19 bestätigen. Auf Wunsch erhalten Geimpfte das Zertifikat in Papierform, sie können es aber auch auf dem Smartphone speichern.

Mit der aktuellen Version 2.3.2 kann das zum einen die offizielle Corona-Warn-App übernehmen. Ein Update der App wurde in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis die neue Version für alle Anwenderinnen und Anwender in den App-Stores von Google und Apple sichtbar ist.

Neben der Corona-Warn-App sollen Menschen aber auch die Smartphone-App »CovPass« verwenden können, die im Gegensatz zur Warn-App keine Kontaktverfolgungsfunktion bietet. »CovPass« wird ebenfalls kostenlos und freiwillig nutzbar sein, noch ist die App aber nicht in den App-Stores zu finden. Sie soll künftig auch negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren und so das Reisen innerhalb der EU einfacher machen.

Längst nicht alle Apotheken werden ab Montag mitmachen

Details zum Zertifikat und zu »CovPass« erklärt das Robert Koch-Institut (RKI) auf einer eigens eingerichteten Website . Wann auch Impfzentren und Ärzte die Zertifikate ausgeben und wie bereits Geimpfte dann eines erhalten, ist allerdings noch nicht klar.

Welche Apotheken die Zertifikate ausstellen können, wird ab Montag auf der Seite mein-apothekenmanager.de  zu sehen sein. Laut Thomas Dittrich, dem Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), werde die Zahl in den ersten Tagen »wahrscheinlich noch begrenzt sein«: »Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.« Welche Unterlagen die Geimpften mitbringen müssen, um den digitalen Nachweis in einer Apotheke zu erhalten, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf SPIEGEL-Nachfrage: Die analoge Impfbestätigung und ein Ausweisdokument reichen demnach aus.

Auf der RKI-Website heißt es dazu: »Es werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um auch nachträglich digitale Impfnachweise für Coronaimpfungen zu erstellen. Grundsätzlich soll die nachträgliche Ausstellung dort erfolgen, wo man geimpft worden ist. Wenn in den Impfzentren entsprechende Kontaktdaten vorliegen, sollen die QR-Codes möglichst automatisch per Post zugesandt werden. Außerdem könnten Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker nachträglich Impfnachweise ausstellen.«

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EU-System soll am 1. Juli starten

Das EU-Parlament hat am Mittwoch grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben, das Reisen im Sommer erleichtern soll. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten dem mit dem Parlament ausgehandelten Kompromiss abschließend zustimmen. Dies soll bis Ende der Woche geschehen.

Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Das digitale Dokument soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Coronainfektionen enthalten.

In Deutschland laufen seit Ende Mai in einigen Impfzentren Feldtests mit dem digitalen EU-Nachweis. Dabei wird getestet, ob Bürgerinnen und Bürger nach einer Impfung den Nachweis mit einer App einscannen können. Dieser kann dann bei Reisen kontrolliert werden. In acht weiteren Mitgliedstaaten wird das EU-Impfzertifikat laut Kommission bereits vergeben.

Derzeit erstellen die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene jeweils Lösungen für das Zertifikat, die dann über die EU-Plattform zusammengeschaltet werden. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die Mitgliedstaaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen, sofern die epidemiologische Lage dies erlaubt.

pbe/AFP/dpa
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