Corona-Warn-App Wer von der App alarmiert wird, soll auch ohne Symptome getestet werden

Die Gesundheitsämter klagen über zu viele Anrufe verunsicherter Nutzer der Corona-Warn-App. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung versichert, dass jeder getestet wird, der eine Warnung über die App erhält.
Millionen von Downloads und viele Fragen der Nutzer: die Corona-Warn-App

Millionen von Downloads und viele Fragen der Nutzer: die Corona-Warn-App

Foto: Florian Ulrich/ imago images/Jan Huebner

Seit der Veröffentlichung der Corona-Warn-App am Dienstag haben die Gesundheitsämter mit einer Flut von Anfragen zu kämpfen. Noch am Tag der Einführung hätten allein bei der Hotline des Berliner Gesundheitsamtes 434 Menschen angerufen, die Probleme mit der App hatten, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, zu n-tv und RTL.

"Es sprengt alle Dimensionen, die wir je hatten", sagte Teichert. "Die Leute kommen mit der App nicht klar und sie kommen auch nicht klar mit der Telefonnummer, die da angegeben ist." Die Hotlinenummer der App sei sehr kompliziert, und das führe zu sehr vielen Nachfragen. "Die Menschen rufen dann eben bei der Corona-Hotline an und bei den Gesundheitsämtern."

Außerdem kritisierte Teichert Barrieren der App, die es nicht allen Menschen ermögliche, sie in Gebrauch zu nehmen. Viele Menschen, vor allem Ältere, die digitale Systeme sonst nicht nutzten, hätten Schwierigkeiten, mit der App umzugehen.

Trotz ihrer Kritik schätzt Teichert die App als einen guten und ergänzenden Weg ein, die Pandemie zu bekämpfen. Aber man müsse für mehr Personal sorgen, wenn die App zur Mehrbelastung der Gesundheitsämter führe: "Ansonsten habe ich das Problem, dass ich mit einer technischen Lösung neue Arbeit schaffe, die nicht bewältigt werden kann".

Die Corona-Warn-App soll das Nachverfolgen von Infektionsketten leichter und schneller machen und damit die Gesundheitsämter entlasten. Dazu stellt sie per Bluetooth Low Energy fest, ob sich Smartphones, auf denen die App installiert ist, über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben - aber ohne zu erfahren, wer, wann oder wo das war.

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Wer so eine Warnung erhält, soll auch ohne Symptome getestet werden. Das versicherte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, nach Angaben der "Rheinischen Post" . "Wir haben gemeinsam mit den Krankenkassen innerhalb weniger Tage die Grundlage dafür geschaffen, dass niedergelassene Ärzte - meistens Hausärzte - diejenigen Patienten testen können, die mittels der Corona-Warn-App über einen kritischen Kontakt zu einem Infizierten informiert wurden", sagte Gassen demnach.

Fehlalarme sind nicht auszuschließen, die App wird bisherigen Tests zufolge nur in etwa 80 Prozent der Fälle mit ihrer Risikoeinschätzung richtig liegen.

pbe/AFP
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