Feiern in Corona-Zeiten Apple wirft App für Geheimpartys raus

Die eigene Wohnung in eine Kneipe oder einen Technoklub verwandeln? Privatpartys sind während der Corona-Pandemie in vielen Ländern verboten oder verpönt. Eine Partyplanungs-App ging nun auch Apple zu weit.
Werbefotos im App Store: Mittlerweile bietet Apple das Programm nicht mehr an

Werbefotos im App Store: Mittlerweile bietet Apple das Programm nicht mehr an

Foto: Vybe / Archive.vn

Apple hat eine Partyplanungs-App namens Vybe aus seinem App Store geschmissen. Die englischsprachige iPhone-App, die im Store als Vybe Together gelistet war, sollte Privatpersonen dabei helfen, Partys zu organisieren oder zu finden. Wen sie einladen, sollen Gastgeber bei Vybe händisch auswählen können: Erst zwei Stunden vor Beginn soll den handverlesenen Gästen dann der genaue Ort der Feierlichkeit übermittelt werden.

»Organisieren und erstellen Sie Treffen für trendige Leute aus Ihrer Umgebung«, hieß es in der App-Beschreibung im App Store. »Es ist supereinfach! Prüfen Sie gründlich, wer sich für Ihre Party anmeldet, und lassen Sie nur zu, wen Sie wollen.«

Was von der Grundfunktion her unspektakulär klingt, war Apple in Zeiten der Corona-Pandemie und nach öffentlicher Empörung einer Journalistin  über das Marketing der App-Macher wohl zu heikel. Denn Vybe erweckte beispielsweise auf seiner Homepage den Eindruck, dass Nutzer die in vielen Ländern geltenden Kontaktbeschränkungen einfach außer Acht lassen könnten.

»Vermissen Sie es, Bierpong zu spielen, mit Fremden zu flirten und generell einfach nur Spaß mit der Crew zu haben?«, schrieben die App-Anbieter auf ihrer Seite, die derzeit nicht mehr abrufbar ist. Dazu nutzten sie folgenden Slogan: »Get your rebel on, get your party on«, sinngemäß also: Werde rebellisch, mach deine Party!

Angeblich nur für kleinere Treffen gedacht

Dem Onlinemagazin »The Verge« zufolge ist neben der App von Vybe auch ein TikTok-Account des Projekts gesperrt worden . Auf jenem Account hatten die Macher Vybe als »Geheimparty-App« inszeniert , mit Treffen »an jedem Wochenende«. Ein Mitgründer der App sagte »The Verge«, Vybe habe einige Tausend Nutzer gehabt, dazu hätten einige Tausend Menschen noch auf ihre Freischaltung für den Dienst gewartet.

Auf der mittlerweile unzugänglichen Website von Vybe war das Thema Corona zumindest kurz erwähnt worden, in einer Übersicht von Fragen und Antworten rund um die App. Dort hieß es, Covid-19 könne verschwinden, wenn sich alle einfach isolieren würden: »Große Partys zu veranstalten, ist sehr gefährlich.« Vybe sei ein »Kompromiss«, es gehe um kleine Treffen, nicht um große Partys. Mit Vybe könne man in diesen Zeiten zumindest ein wenig leben.

Auf Instagram sind die App-Macher nach den Sperren durch Apple und TikTok weiter aktiv. Dort heißt es in der Profilbeschreibung des Vybe-Accounts: »Der App Store hat uns offline genommen!!! Wir kommen zurück!!«

mbö
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