Vor Reisesaison EU startet Plattform für digitales Impfzertifikat

Übers Smartphone soll man bald in vielen europäischen Ländern seine Coronaimpfung nachweisen können, das technische Grundgerüst dafür steht. Die deutsche CovPass-App allerdings wird noch getestet.
Logo der deutschen CovPass-App, die aktuell in Impfzentren getestet wird

Logo der deutschen CovPass-App, die aktuell in Impfzentren getestet wird

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Die EU-Kommission meldet Fortschritte bei der elektronischen Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten, die im Sommer das Reisen erleichtern sollen. Wie ein Sprecher am Dienstag sagte, sind die technischen Vorbereitungen für die EU-weite Ausgabe der digital lesbaren Bescheinigungen damit abgeschlossen. Sieben Länder hätten bereits mit der Ausstellung begonnen, darunter Deutschland.

Der digitale Impfnachweis soll in Deutschland bald mit der CovPass-App möglich sein, die gerade getestet wird. Die CovPass-App ist an die EU-Plattform angeschlossen und soll so in den teilnehmenden Ländern den Nachweis von Impfungen, aktuellen Testergebnissen oder überstandenen Corona-Erkrankung ermöglichen. Der gelbe Impfausweis ist ebenfalls weiter gültig.

»Dies ist ein großer Erfolg weit vor der vorgesehenen Zeit, der uns zuversichtlich stimmt, dass das System bis zum 1. Juli vollständig in Betrieb sein wird«, sagte der Kommissionssprecher. Ihm zufolge geben seit Dienstag Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Griechenland, Kroatien und Polen Zertifikate aus. Andere Länder wollen dies nach Angaben der Kommission erst tun, »wenn alle Funktionen landesweit zur Verfügung stehen«.

Das Zertifikat vereinfacht Kontrollen

In Deutschland laufen seit der vergangenen Woche Feldtests mit dem digitalen Impfpass in einigen Impfzentren. Dabei wird getestet, ob Bürgerinnen und Bürger nach einer Impfung den Nachweis mit einer App einscannen können. Das soll Kontrollen auf Reisen erleichtern. Während in der deutschen App der Nachweis über einen doppelten Impfschutz in Blau angezeigt wird, hatte die Europäische Union für die digitalen Impfzertifikate eigentlich die Farbe Grün vorgeschlagen.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte alle Mitgliedstaaten auf, in den kommenden Wochen »ihre nationalen Systeme zur Ausstellung, Speicherung und Überprüfung der Zertifikate vollständig fertigzustellen, damit das System rechtzeitig zur Urlaubssaison funktioniert«. Das Zertifikat schaffe die Voraussetzungen dafür, dass EU-Bürger wieder sicher reisen könnten.

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament hatten sich vor knapp zwei Wochen abschließend auf das Zertifikat mit QR-Code verständigt. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die Mitgliedstaaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen, sofern dies die epidemiologische Lage erlaubt. Die EU-Länder könnten dabei auch Impfstoffe anerkennen, die noch nicht in der EU zugelassen sind.

hpp/afp
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