Update der Warn-App Deutsche Corona-App funktioniert jetzt auch in Italien und Irland

Nach dem Update der Corona-Warn-App auf Version 1.5 können nun erstmals Warnungen über Risikokontakte länderübergreifend zwischen Apps verschickt werden. Weitere Staaten sollen folgen.
Nach einem Update auf Version 1.5. kann die deutsche App jetzt auch Nutzerinnen und Nutzer der italienischen App warnen

Nach einem Update auf Version 1.5. kann die deutsche App jetzt auch Nutzerinnen und Nutzer der italienischen App warnen

Foto: Medien Service Mueller I Oliver Mueller / imago images/MedienServiceMüller

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise risikobehaftete Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. Am Montagmittag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden.

Vorerst wurde die App über eine europäische Schnittstelle mit der irischen und der italienischen Warn-App verbunden. Damit könnten irische und italienische App-Nutzerinnen und -Nutzer über Risikokontakte mit Deutschen, die die App nutzen, gewarnt werden und umgekehrt.

Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen ebenfalls bald an das System angebunden werden. Länder wie die Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien sollen voraussichtlich im November folgen. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein. Auch ein Datenaustausch mit der Schweiz ist im Gespräch. Die französische Warn-App kann allerdings aus technischen Gründen nicht angebunden werden, da sie - anders als die Apps der anderen Länder - ein zentrales Speicherkonzept verfolgt. (Lesen Sie hier mehr über die dezentrale Speicherung der deutschen Warn-App.) Auch Ungarn hat sich für ein zentrales Konzept entschieden und kann derzeit nicht in das EU-Gateway eingebunden werden.

Datenabgleich über europäisches System

Die jeweiligen Coronavirus-Warn-Apps verbinden sich dabei weiterhin ausschließlich mit dem eigenen nationalen Backend-Server, hieß es von der EU-Kommission zum Update. Die nationalen Server seien nicht direkt miteinander verbunden. "Sie tauschen die Informationen über den EU-Datenabgleichsdienst aus, wodurch der Verbrauch an Datenvolumen gegenüber dem direkten Austausch zwischen teilnehmenden Apps stark reduziert wird."

FDP fordert Abgleich zwischen zentralen und dezentralen App-Modellen

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Manuel Höferlin sagte, er wisse von der Lösung eines deutschen Start-ups, die den Datenaustausch auch zwischen zentralen und dezentralen Speichermodellen ermögliche. Der Vorsitzende des Ausschusses Digitale Agenda forderte die Bundesregierung auf, diesen Ansatz auszuloten. "Der reibungslose Datenaustausch mit Nachbarländern wie Frankreich muss schon aufgrund der täglichen Pendlerströme höchste Priorität haben."

Die Version 1.5 der deutschen Corona-Warn-App vollzieht die europäische Verknüpfung im Hintergrund: Nutzer müssen nichts tun, um den EU-Modus zu aktivieren. Nutzer in anderen Staaten müssen die Funktion teils selbst einschalten.

Gleichzeitig mit der länderübergreifenden Risikoermittlung wurde die App um eine Funktion erweitert, mit der Infizierte eintragen können, ob und wann sie Krankheitssymptome haben. Darin können infizierte Nutzerinnen und Nutzer ihre Krankheitssymptome eintragen. Mithilfe dieser Angaben kann der Algorithmus der App das Infektionsrisiko präziser berechnen.

Die deutsche Warn-App wird aktuell von rund 16 Millionen Personen genutzt. Das geht aus der Anzahl der täglichen Abgleiche mit den Servern der Warn-App hervor.

hpp/dpa
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