Die besten neuen Apps Autos schrotten, Lego sortieren und gemeinsam gruseln

Eine Lego-App erkennt, ob der Figur ein Helm fehlt und mit einer Lern-App macht auch Matheunterricht Spaß. Wir haben die interessantesten Neuheiten für Android und iOS getestet.
Autos rammen bis zur Schrottplatzreife: Wer bei »Wreckfest« bis zum Schluss einen fahrtüchtigen Wagen steuert, der gewinnt

Autos rammen bis zur Schrottplatzreife: Wer bei »Wreckfest« bis zum Schluss einen fahrtüchtigen Wagen steuert, der gewinnt

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HandyGames

Spiele, Lernprogramme und smarte Alltagshelfer: Jeden Monat durchforsten wir die neu veröffentlichten Smartphone-Apps und schauen uns an, welche nützlichen Tools und unterhaltsamen Spiele in den vergangenen Wochen für iOS und Android erschienen sind.

Dieses Mal schaffen wir Ordnung im Kinderzimmer mit dem Lego-Figurenscanner »BrickMonkey«, rammen Autos zu Schrott bei »Wreckfest« und erstellen mit dem iPhone ein paar hübsche KI-Kunstwerke.

Das hier sind unsere aktuellen App-Tipps:

»Wreckfest« – Mit Vollgas zur Abwrackprämie

Heckscheiben splittern, Lack platzt ab und Motorhauben wirbeln durch die Luft: »Wreckfest« zelebriert das Verschrotten von Autos. Im Stil des Klassikers »Destruction Derby« aus den 1990er-Jahren treten hier Autofahrerinnen und -fahrer an, um ihre Fahrzeuge gegenseitig in der Arena und auf Rundkursen kaputt zu rammen. Wer in seiner Rostbeule zuerst über die Ziellinie rollt oder auf dem Schrottfeld das letzte fahrtüchtige Auto steuert, der hat gewonnen.

»Wreckfest« ist eine umfangreiche Vollversion mit Einzelspielerkarriere und Multiplayer-Modus, das mit knapp vier Gigabyte ordentlich Platz auf dem Handy belegt. Es lassen sich aber auch Zusatzinhalte herunterladen, die teilweise um die zehn Euro kosten – genauso viel wie die App selbst. Doch schon das Basisspiel bietet genügend Autos zur Auswahl – darunter verrückte Fahrzeuge wie Wohnmobil, Mähdrescher und Zweisitzersofa.

Rennsportfans dürften von der »Wreckfest«-Mobilversion begeistert sein. Die Bewertungen im Google Playstore und bei Apple reichen knapp an die fünf Sterne heran. Viel Lob gibt es für Fahrphysik und Grafik. Es gibt zwar im Vergleich zur Playstation-4-Version weniger 3D-Grashalme , dafür laufen die Rennen trotz vieler fliegender Fetzen selbst auf älteren Smartphones flüssig. Lediglich die Menüs sind ein wenig zu klein geraten, als die Entwickler das Spiel auf Handygröße geschrumpft haben.

Wreckfest, für iOS  und Android , ab 13 Jahren, etwa 12 Euro

»The Past Within« – Ein bisschen App, ein bisschen Brettspiel

Gruselgame für zwei Spieler: Im Koop-Modus rätselt man sich durch »The Past Within«

Gruselgame für zwei Spieler: Im Koop-Modus rätselt man sich durch »The Past Within«

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Rusty Lake

Es verbirgt sich etwas hinter dem Foto, das an der Wand mit der vergilbten Rosenmustertapete hängt. Das verrät das Eselsohr an der Ecke. Mit einem Fingerwisch löst sich das Bild vom Rahmen und ein aufgepinseltes Rechteck erscheint. Endlich. Das ist der entscheidende Hinweis, um das nächste Rätsel freizuschalten – auf einem anderen Smartphone allerdings.

Die Spielidee von »The Past Within« ist clever: Das Puzzle lässt sich nur zu zweit lösen. Auf einem Handy läuft die düstere Szene aus der Vergangenheit ab, während auf dem anderen Handy die versteckten Hinweise eingetippt werden müssen. Spielerin und Spieler müssen also nebeneinander im Wohnzimmer sitzen und miteinander sprechen – oder telefonieren, wenn man nicht im gleichen Zimmer spielt. Koppeln muss man PC, Smartphone und Tablet nicht. Es geht immer dann weiter, wenn der Zuruf stimmt und richtig eingetippt wird.

Den Entwicklern von Rusty Lake ist mit »The Past Within« ein sehr unterhaltsames App-Experiment gelungen, das die Grenzen zwischen Rätsel-App und Exit-Game-Brettspielen elegant auflöst. Für knapp vier Euro gibt es die App, die auf beiden Geräten installiert sein muss. Der Pärchenmodus klappt auch, wenn das Spiel nur einmal gekauft und etwa jeweils auf ein Smartphone und ein Tablet mit dem gleichen Google-Account heruntergeladen wird.

The Past Within, für iOS  und Android , ab 12 Jahren, etwa 4 Euro

»Draw Things« – KI-Kunstgenerator für unterwegs

Ein angelnder Schlumpf auf dem Mond und ein radelndes Einhorn: Solche Bilder lassen sich mit »Draw Things« nun auch unterwegs schnell basteln. Der Text-zu-Bild-Generator für die Hosentasche erstellt die bunten Gemälde mithilfe der Software Stable Diffusion  sogar offline auf dem Smartphone. Mindestens ein A12-Prozessor muss allerdings das iPhone oder iPad antreiben, damit der integrierte Bionic-Chip das neuronale Netz simulieren kann.

Das iPhone 13 Mini in unserem Test wird ordentlich gefordert. Das Handy benötigt bis zu zwei Minuten für die Bildberechnung und wird dabei ziemlich warm. Auch Speicherplatz verbraucht die App reichlich. Knapp zwei Gigabyte an Daten müssen heruntergeladen werden – pro Modell für die Bildberechnung.

Die Bilder sehen leider nicht so spektakulär aus wie die Kunstgemälde, die etwa mit dem Browsertool von Dall-E-2  erzeugt werden können. Aber mit ein wenig Ausprobieren spuckt die App recht hübsche Kunstfotos aus, auch wenn die maximale Auflösung mit 512 mal 768 Pixeln recht mickrig ist. Für KI-Feinschmecker gibt es viele Regler, die über die reine Texteingabe hinausgehen: So lassen sich die einzelnen Softwaremodelle auswählen und der sogenannte Seed-Wert setzen, der das Ausgangsbild festlegt. Auf Anfängerinnen und Anfänger wirkt das eher abschreckend.

Draw Things, für iOS , ab 4 Jahren, kostenlos

»BrickMonkey« – Aufräum-App für die Legosammler

Was fehlt diesem Legomännchen: Die App »BrickMonkey« hat in vielen Fällen die Lösung

Was fehlt diesem Legomännchen: Die App »BrickMonkey« hat in vielen Fällen die Lösung

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BrickMonkey

Irgendwas fehlt an der Legofigur. War da nicht eine Kappe, eine Kette oder eine Knarre dabei? »BrickMonkey« erleichtert die Suche nach fehlenden Teilen in der Kiste mit den Steckbausteinen. Per Smartphonekamera scannt die App den Torso der Klötzchenfigur, sucht in einem Onlinekatalog nach der passenden Seriennummer und findet anhand aufgemalter Trikots, Warnwesten und Taucheranzügen heraus, welcher Kopf dazu gehört und ob vielleicht die Flossen fehlen.

Neben der Bauanleitungs-App »Brickit« ist »BrickMonkey« ein weiteres inoffizielles Tool, um Ordnung in die Legokiste zu bringen. Das funktioniert gut. Die App erkennt Forscherinnen, Astronauten und Polizisten. Lediglich bei einem Schaffner in unserem Test wird kein passender Katalogeintrag angezeigt, um herauszufinden, ob vielleicht eine Kelle verschollen gegangen ist. Um fehlende Legoteile nachzubestellen, führt direkt ein Link zur passenden Figur beim Onlinemarktplatz »Bricklink«.

BrickMonkey, für iOS und Android, keine Altersbeschränkung, kostenlos

»Duolingo Math« – Mehr Spaß beim Multiplizieren

Mathe kann auch Spaß machen: Mit der App »Duolingo Math« verlassen die Entwickler ihr bisheriges Spezialgebiet der Sprachen und bringen Nutzerinnen und Nutzern nun auch Rechnen bei. Die Motivationstricks der Schwester-App funktionieren auch hier: Der Comicstil verpasst den Formeln eine muntere Videospieloptik, bunte Buttons laden zum Antippen ein und erfolgreich erledigte Mathetests schalten das nächste Level frei. Bisher ist die App zudem gratis, werbefrei und ohne In-App-Käufe. Das kann sich allerdings noch ändern.

Die App wird als Gehirnjogging für Erwachsene und Grundschulratgeber für Kinder beworben. Doch Duolingo empfiehlt die Übungen schon für Kinder ab sieben Jahren. Das ist noch zu früh. Für Erst- und selbst Zweitklässler ist das Training stellenweise viel zu knifflig. Die App steigt direkt mit Multiplizieren ein und verlangt, dass die Kids das kleine Einmaleins beherrschen.

Zudem ist »Duolingo Math« bisher nur auf Englisch zu bekommen. Das ist zwar bei Rechenaufgaben nicht so wichtig, doch für die Aufgabenauswahl muss ein Erwachsener dabeibleiben. Die App gibt es derzeit nur für iOS-Geräte, eine App für Android soll aber noch erscheinen, teilt ein Sprecher dem SPIEGEL auf Anfrage mit. Ein konkreter Termin stehe allerdings noch nicht fest.

Duolingo Math, für iOS (Android ist geplant), ab 4 Jahren, kostenlos

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