Die besten Apps im Februar Eine Arktis-Expedition, »Final Fantasy« im Pixel-Look und eine clevere Karteikarten-KI

Eine Journalistin erforscht, was einer Schiffsmannschaft auf einer tödlichen Expedition ins Eis passiert ist. Die Helden aus »The Office« bekommen eine eigene App. Das sind die besten Apps im Februar.
Dem Schicksal auf der Spur: Fast 200 Jahre liegen zwischen zwei gefährlichen Arktis-Expeditionen bei »Inua – A Story of Ice and Time«

Dem Schicksal auf der Spur: Fast 200 Jahre liegen zwischen zwei gefährlichen Arktis-Expeditionen bei »Inua – A Story of Ice and Time«

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Arte Experience

Spiele, Lernprogramme und smarte Alltagshelfer: Wir haben uns Smartphone-Apps angeschaut, die in den vergangenen Wochen für iOS und Android erschienen sind.

Wir begleiten eine Journalistin auf einer gefährlichen Expedition in die Arktis, feiern ein Wiedersehen mit den Serienstars aus »The Office« und probieren eine KI-App aus, die mit Texten gefüttert wird und virtuelle Karteikarten ausspuckt.

Das hier sind unsere App-Tipps für den Februar:

»Inua – A Story of Ice and Time« – Tödliche Expedition in die Arktis

Tolle Musik, liebevolle Zeichnungen und eine spannende Geschichte: Mit »Inua – A Story in Ice and Time« ist ein packendes Abenteuer für iOS  und Android  erschienen, an dem unter anderem der TV-Sender Arte mitentwickelt hat. In dem Spiel recherchiert eine Journalistin die Hintergründe einer tödlichen Expedition in die Arktis aus dem Jahr 1845. Was ist mit den Besatzungsmitgliedern passiert? Gab es eine Meuterei? Sind die Männer erfroren? Oder starb die Crew an einer Bleivergiftung? Spielerinnen und Spieler müssen das herausfinden und begleiten Hauptfiguren aus verschiedenen Generationen auf ihrer Suche.

Die Story basiert auf historischen Fakten, ist dicht gewoben und springt geschickt zwischen den Zeiten hin und her. Nebenbei erfahren Spieler auch noch etwas über die Lebensweise der Inuit, der indigenen Völker Kanadas. Zwischenzeitlich ist es zwar ein bisschen ermüdend, sich bei jedem neuen Hinweis durch die Gedankenwelt sämtlicher Charaktere auf dem Bildschirm zu tippen, bis man bei der richtigen Person landet und es weitergeht. Außerdem sind fünf Euro auch nicht ganz billig für eine App mit einer Spielzeit von knapp zwei Stunden. Doch die Dramaturgie ist insgesamt fein justiert, hält bei Laune und lotst auf ein spannendes Finale hin, das die Wege der Hauptfiguren aus den verschiedenen Zeiten kunstvoll miteinander verbindet.

»Final Fantasy VI« – Ein Klassiker im Pixelgewand

Ein Klassiker im Pixel-Look: »Final Fantasy VI« erobert das Smartphone.

Ein Klassiker im Pixel-Look: »Final Fantasy VI« erobert das Smartphone.

Foto: Square Enix

Ein Klassiker lässt sich künftig auch in der Bahn zocken: »Final Fantasy VI« gibt es nun auch für iOS  und Android . Wer einen Klassiker in hochpolierter Grafik erwartet, wird allerdings enttäuscht sein. Die Entwickler von Square Enix haben das Kult-Rollenspiel stattdessen in eine Pixelhülle gepackt. Die Geschichte ist die gleiche wie im Original aus dem Jahr 1994. Zauberin Terra schart Gefährten um sich, um sich in spannenden Echtzeit-Rundenkämpfen ihren Weg bis zum bösen Imperator Gestahl zu bahnen.

Die liebevoll gestaltete Fantasiewelt und kreative Gegner wie der stählerne Phantomzug haben nichts an ihrem Charme verloren. »Final-Fantasy«-Fans kommen auf ihre Kosten – auch wenn der Titel mit knapp 20 Euro ungewöhnlich teuer ist für eine App. Was auffällt: Ein Touchscreen kann das Gamepad nicht ersetzen. Die Kämpfe lassen sich zwar gut kontrollieren. Aber es ist eine Qual, sich mit Wischen und Tippen durch Dörfer und Dungeons zu manövrieren. An jedem zweiten Türpfosten bleiben die Figuren hängen. Das schmälert das Spielvergnügen, das immerhin mehr als 30 Stunden dauern kann.

»The Office – Somehow we manage« – Bürohelden feiern ihr Smartphone-Debut

Schrulliger Chef mit schrägen Scherzen: Die US-Comedyserie »The Office« gibt es nun auch als App. Praktisch zeitgleich mit dem Netflix-Start der Serie haben die Entwickler von East Side Games das Spiel für iOS  und Android  veröffentlicht. Fast alle Charaktere, die in der »Stromberg«-Vorbildserie auftauchen, sind mit dabei. Die Texte in den Sprechblasen sind leider nicht übersetzt. Die englische Sprache lässt sich nicht auf deutsch umstellen.

Die Gags wecken nostalgische Erinnerungen, die Minispielchen sorgen immer wieder für ein Schmunzeln und die Zwischensequenzen sind unterhaltsam. Die Klickerei auf Geldbündel ist auf Dauer allerdings ein wenig öde. Nach jeder Episode wird das Konto zurückgesetzt und Spielerinnen und Spieler müssen erneut auf virtuelle Scheine klicken, Münzen sammeln und Schreibtische aufrüsten. Werbeeinblendungen und lange Wartezeiten, die zu In-App-Käufen anregen sollen, trüben zudem das Langzeitvergnügen.

»Kado« – Eine KI kreiert Karteikarten

Diese Zwei-Euro-App ist faszinierend. Innerhalb von Sekunden durchforstet »Kado« einen Text, analysiert den Inhalt und erstellt daraus Karteikarten, mit denen man für eine Prüfung büffeln kann. Studenten haben die App für iOS  entwickelt. Sie setzt auf künstliche Intelligenz, um die virtuellen Lernkarten zu beschriften. Und das funktioniert erstaunlich gut. Ein Foto beispielsweise einer Buchseite genügt. Daraus erstellt die App einen digitalen Text, der sich nachträglich auch noch bearbeiten lässt.

Sätze stellt die App so um, dass daraus Fragen für Karteikarten entstehen. Per Fingertipp dreht sich die Karteikarte um, auf der Rückseite steht die Antwort. Aus dem englischen Satz »Mammuts waren ein wichtiger Teil des Ökosystems in der Eiszeit« wird dann die KI-Frage: »Welche Tiere waren ein wichtiger Teil des Ökosystems in der Eiszeit?« Der große Haken: Die KI versteht nur englische Texte. Mit deutschen Wörtern kann die App gar nichts anfangen. Und auch wenn die KI Mammuts als Tiere einstuft: Allzu komplexe Testfragen sollte man besser nicht erwarten.

»DeepL« – Übersetzer-App startet auf Android

Übersetzungen mit »DeepL« können sich sehen lassen . Die Texte sind präzise und flüssig formuliert. Nun gibt es nach einer Web-Version und einer App für iOS auch eine kostenlose Anwendung für Android. Die App übersetzt Wörter und Sätze auf Smartphones in rund 26 Sprachen. Im Vergleich mit der Konkurrenz gelten die Entwickler aus Köln als Herausforderer auf Augenhöhe – und gewinnen so manchen Wettbewerb mit Konkurrenten wie Google Translate. Mehr als 1200 Bewertungen hat die App bereits im Google Play Store mit einer Top-Bewertung von 4,5.

Die Bedienung ist einfach: Nutzerinnen und Nutzer geben ihren Text in ein Feld ein, der direkt darunter übersetzt wird. Wer keine Lust auf Tippen hat, kann der App auch Sätze diktieren. »DeepL« liest die Übersetzungen mit einem Fingertipp auf das Lautsprechersymbol auch vor. Besonders praktisch: Wer einen englischen Text aus dem Browser auswählt und »DeepL« über die drei Punkte aus dem Menü auswählt, schickt den Textfetzen direkt an die App und bekommt die Übersetzung angezeigt. Einziger Nachteil: »DeepL« braucht eine Internetverbindung, offline funktioniert die Übersetzung nicht.