Die besten neuen Apps Lokomotiven lotsen und mit Prinzen rollen

Eine knuffige Lok geht auf Rätselreise, der »Prince of Persia« feiert sein Comeback und eine KI übernimmt lästiges E-Mail-Schreiben. Wir stellen fünf starke neue Apps vor.
Mit Volldampf voraus: Die Waggons müssen bei »Railbound« erst an die Lok gepuzzelt werden, bevor es weitergeht

Mit Volldampf voraus: Die Waggons müssen bei »Railbound« erst an die Lok gepuzzelt werden, bevor es weitergeht

Foto: Afterburn

Spiele, Lernprogramme und smarte Alltagshelfer: Jeden Monat durchforsten wir die neu veröffentlichten Smartphone-Apps und schauen uns an, welche nützlichen Tools und unterhaltsamen Games für iOS und Android erschienen sind.

Dieses Mal spielen wir ein cleveres Würfelspiel, kontrollieren Pixelpässe und lassen eine sogenannte künstliche Intelligenz als Ghostwriter den Restauranttisch reservieren.

Das hier sind unsere aktuellen App-Tipps:

»Railbound« – Knoten im Gleis lösen

Die knuffige Grafik täuscht. »Railbound« ist auf den ersten Blick ein hübsch gestalteter Rätselspaß für die Kleinen. Doch die Puzzle-App ist alles andere als ein Kinderspiel. Zu Beginn tuckert die Comic-Lok mit ihren Waggons noch gemütlich durch Wälder, Wüsten und Eislandschaften. Schienen auszulegen ist anfangs noch simpel: Meist genügt es, den letzten Waggon eine Extrarunde drehen zu lassen, damit der vordere Waggon schneller andockt.

Doch später kommen in den mehr als 150 Levels noch Schranken, Schalter, Tunnelröhren und viel mehr Waggons dazu. Dann wird es unübersichtlich und richtig knifflig. Mit ein paar schnellen Wischbewegungen lassen sich die Schienenpuzzles nicht mehr lösen. Dann hilft nur noch Knobeln und Ausprobieren. Das macht aber so viel Spaß, dass die zwei bis drei Stunden an Spielzeit rasch vorüberziehen.

»Railbound«, für iOS  und Android , ab 4 Jahren, etwa 5 Euro


»Prince of Persia: Escape 2« – Prinzenrollen durch Persien

Mit »Prince of Persia: Escape 2« belebt der Spielepublisher Ubisoft einen Klassiker auf dem Smartphone wieder. Waghalsige Sprünge, Dornenplatten und simple Schwertkämpfe erinnern stark an den Originalhit aus dem Jahr 1989, der neue Maßstäbe beim Plattformer-Genre setzte. Das beschert »Prince of Persia: Escape 2« einen Nostalgiebonus. Allerdings sieht das Smartphone-Spiel auch noch deutlich besser aus und liefert mehr Action.

Ohne Pause rennt der Prinz durch Wüstenstädte und Paläste und lässt sich schön einfach steuern: Für Sprünge und Schwerthiebe genügt ein Fingertipp auf den Bildschirm, über Kanonenrohre und Häuserkanten wuchtet sich die Spielfigur selbst. Die App ist gratis. Aber: Wer Spaß daran hat, sollte in Betracht ziehen, einmalig vier Euro für den Werbestopp auszugeben. Denn die Anzeigen sind wahnsinnig nervig platziert und dauern teilweise bis zu einer Minute. Das bremst den Spaß, den das Prinzen-Plattformspiel auf jeden Fall mit sich bringt.

»Prince of Persia: Escape 2«, für iOS  und Android , ab 6 Jahren, gratis mit In-App-Angeboten


»Dice Versa« – Taktisches Tetris mit bunten Würfeln

Eine verrückte Mischung aus Domino, Tetris und Uno: Bei »Dice Versa« gibt es mehrere Regeln zu beachten, die zwar einfach, aber doch herausfordernd sind: Nur Würfel mit gleicher Zahl oder gleicher Farbe dürfen nebeneinander auf ein quadratisches Brett mit 16 Feldern gelegt werden. Ist eine Reihe lückenlos gefüllt, platzen die Würfel. Das ist gut so, denn das schafft Platz. Mit der Partie ist Schluss, wenn kein Würfel mehr platziert werden darf.

Das Spiel hält aufgrund der erfrischenden Idee für einige Zeit bei Laune. Allerdings fehlt ein wenig das Langzeitziel. Lediglich einen Highscore zu knacken, ist zu wenig. Für drei Euro lässt sich die Werbung ausschalten, die allerdings sehr zurückhaltend platziert ist und nicht ständig ins Bild springt.

»Dice Versa«, für iOS  und Android , ab 4 Jahren, gratis mit In-App-Angeboten


»Papers, Please« – Pixelpässe kontrollieren

Ist es eine gute Idee, das Geld zu kassieren und den Mann mit den versteckten Medikamenten durchzulassen? Darf ich den Zuhälter abweisen, weil sich eine Frau von ihm bedroht fühlt? In vielen Entscheidungen am Grenzposten von »Papers, Please« geht es um Leben oder Tod. Dieser Job ist knallhart. Denn wer Fehler macht, der muss irgendwann in den Knast, während die Familie zu Hause hungert und friert. Es ist dieser Druck, der die pixelige Passkontrolle so spannend macht.

Das Indiespiel »Papers, Please« ist bereits vor acht Jahren erschienen und hat seither zahlreiche Preise abgesahnt. Auf dem iPad lief die App bereits, nun gibt es die Passkontrollsimulation auch für iPhones und Android-Smartphones. Die Umsetzung ist gelungen. Das Spiel hat nichts von seinem Charme eingebüßt, lässt sich mit Wischbewegungen richtig gut steuern. Die Formularschrift ist vielleicht etwas klein geraten, aber das schmälert das Grenzabenteuer mit seinen vielen kleinen Geschichten kaum.

»Papers, Please«, für iOS  und Android , ab 18 Jahren, etwa 5 Euro


»Paragraph AI« – KI als persönlicher Schreibassistent

Dieses Tool ist wirklich verblüffend: »Paragraph AI« ist praktisch ein Ghostwriter für den Alltag. Die App kann E-Mails formulieren, eine Tischreservierung tippen und Bewerbungsabsagen schreiben. Das Tool bekommt Unterstützung vom Sprachmodell GPT-3. Auf Basis sogenannter künstlicher Intelligenz schreibt »Paragraph AI« innerhalb von Sekunden sogar eine Kurzgeschichte über eine blaue Maus. Okay, die Geschichte ist ziemlich platt und läuft unterm Strich so, dass die Maus nie wieder ihr blaues Haus verlässt, weil sie davor eine blaue Katze gesehen hat. Ende.

Aber die Texte auf Zuruf sind einwandfrei formuliert. Per Schieberegler lässt sich anpassen, ob eine Nachricht eher nach Umgangssprache oder offiziellem Anschreiben klingen soll. Wer täglich viele Nachrichten mit Standardphrasen beantworten muss, lädt sich mit der App einen praktischen Helfer herunter. Leider ist sie nur auf Englisch und auch nicht auf dem neuesten Stand. Auf die Frage, wie der König von England heiße, antwortet das Tool noch mit einem Absatz über Queen Elisabeth II. Bis zu 20 Texte pro Tag sind gratis, wenn man sich registriert. Unbegrenzter Zugriff kostet etwa 25 Euro pro Monat. Den Schreibhelfer gibt es auch als Plug-in  für den Browser Chrome.

»Paragraph AI«, für iOS , ab 13 Jahren, 20 Texte pro Tag sind gratis

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