Verkehrsinsel mit Nashorn Was bei Google Maps als Dortmunder Park durchgeht

Auf digitale Kartendienste kann man sich nicht immer verlassen. Wer in Dortmund den »Brauer-Gedächtnis-Park« ansteuert, könnte überrascht sein, wie es dort aussieht.
»Brauer-Gedächtnis-Park«: Kein Ort zum Verweilen

»Brauer-Gedächtnis-Park«: Kein Ort zum Verweilen

Foto: Dieter Menne / picture alliance/dpa

So manche Dinge wirken im Internet attraktiver als in der Realität . In diese Kategorie fällt auch eine kleine Grünfläche inmitten eines Kreisverkehrs in Dortmunds Innenstadt. Wie die »Ruhr Nachrichten« berichten , war das Areal bei Google Maps als »Brauer-Gedächtnis-Park« vermerkt, genau wie bei anderen Onlinekartenanbietern. Auch Bewertungen soll der »Park« bei Google Maps bereits erhalten haben. Tatsächlich handelt es sich nur um einen kleinen grünen Fleck von wenigen Metern Durchmesser – um eine Verkehrsinsel.

Auf dem Areal im Inneren des Kreisverkehrs stehen ein einsames Bäumchen und ein rotes Nashorn mit Flügeln, das für einen Lokalsender wirbt, dazu kommen ein paar Sträucher und Gestrüpp. Rund um den »Park« sind nahezu pausenlos Autos unterwegs, der stark befahrene Bereich liegt direkt an einem großen Einkaufszentrum und einem Parkhaus.

Auch die Umgebung des vermeintlichen Parks könnte einladender sein

Auch die Umgebung des vermeintlichen Parks könnte einladender sein

Foto: Dieter Menne / picture alliance/dpa

Bei der Stadt Dortmund geht man davon aus, dass der »Park«-Eintrag von einem Google-Maps-Nutzer stammt, der sich einen Scherz erlaubt hat. Die Stadt selbst jedenfalls habe mit dem Eintrag nichts zu tun, sagte eine Sprecherin. Es handele sich definitiv nicht um einen Park zum Verweilen, sondern nur um eine begrünte Verkehrsfläche.

Nutzerinnen und Nutzern haben bei Google Maps die Möglichkeit, selbst Orte hinzuzufügen. Digital anlegbar sind dabei neben Parks und Spielplätzen etwa Wandergebiete, Campingplätze, »geheiligte Stätten« und »religiöse Orte«. Wer auf der Karte einen Ort vermerkt, hat auch die Möglichkeit, diesen zu benennen.

Der SPIEGEL konnte den Eintrag zum »Brauer-Gedächtnis-Park« am Mittwochmorgen nicht mehr bei Google Maps finden – womöglich ist der Eintrag im Zuge der Berichterstattung der »Ruhr Nachrichten« entfernt worden. In dem Kartendienst ist aber zumindest noch das rote Nashorn vermerkt – als »Skulptur«, die angeblich »vorübergehend geschlossen« ist.

mbö/dpa
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