Digitalisierung des Gesundheitssystems E-Rezept läuft jetzt im Probebetrieb

Patienten in Berlin und Brandenburg können das E-Rezept ab sofort in der Praxis testen. Die neue App ist eine wesentliche Säule bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Die neue App für das E-Rezept

Die neue App für das E-Rezept

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Schluss mit unleserlichen Arzt-Handschriften: Am Donnerstag wurde die offizielle App für das elektronische Rezept (E-Rezept) in den App-Stores von Apple und Google zum kostenlosen Download bereitgestellt. Gleichzeitig startete ein Pilotversuch in Berlin und Brandenburg: Rund 50 Arztpraxen und 120 Apotheken werden das neue E-Rezept testen und bewerten.

Die App stammt von der Gematik GmbH, die mehrheitlich dem Bund gehört und für den Aufbau eines sicheren Gesundheitsdatennetzes verantwortlich ist. Das Bundesgesundheitsministerium verspricht sich vom E-Rezept eine höhere Arzneimittelsicherheit für die Patienten, da alle eingenommenen Arzneimittel mit Blick auf Neben- und Wechselwirkungen kontinuierlich geprüft werden können. Außerdem soll der gesamte Ablauf von der Verschreibung in den Arztpraxen über die Abholung durch den Patienten bis hin zur Abrechnung bei den Krankenkassen effizienter ablaufen.

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BSI fordert mehr Sicherheit

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das System kurz zuvor freigegeben. Die Überprüfung habe »keine wesentlichen Mängel« festgestellt, heißt es in dem Prüfbericht. Das BSI will den regulären Start ab 2022 allerdings nur erlauben, wenn die geforderten Auflagen umgesetzt werden. So sollen die Nutzer in der App künftig gewarnt werden, wenn sie den Zugriff auf ihr Smartphone nicht mit einem Code oder per Fingerabdruck schützen. Sie sollen außerdem eine Benachrichtigung bei ungewöhnlichen Anmeldeversuchen erhalten. Über die Freigabe der App und die Auflagen des BSI hatte das »Handelsblatt« zuvor berichtet.

Mit dem E-Rezept-Pilotversuch startet die dritte Phase des groß angelegten Digitalisierungsprojekts des deutschen Gesundheitswesens, die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA). Zum Stichtag 1. Juli sollten alle Arztpraxen an die digitale Telematik-Infrastruktur des Gesundheitswesens angeschlossen sein, über die Patientendaten sicher und schnell ausgetauscht werden sollen. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind bereits »nahezu alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten« mit dem System verbunden.

tmk/dpa
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