Zeitungsbericht Einige Diensthandys in Bundesministerien unterstützen offenbar die Corona-Warn-App nicht

Ministeriumsmitarbeiter können teilweise laut einem Zeitungsbericht die Corona-App nicht installieren. Manche Häuser nutzen demnach aus Sicherheitsgründen keine Smartphones oder setzen auf lange Laufzeiten, einige planen den Austausch.
Auf Smartphones, die die App unterstützen, muss entweder Android 6 oder, bei iPhones, iOS 13.5 installiert sein

Auf Smartphones, die die App unterstützen, muss entweder Android 6 oder, bei iPhones, iOS 13.5 installiert sein

Foto: Stefan Jaitner / dpa

In mehreren Bundesministerien sind offenbar Diensthandys im Einsatz, auf denen die Corona-Warn-App nicht installiert werden kann. Das berichtet die "Bild am Sonntag" ("BamS"). Laut der Zeitung sind im Bundesfinanzministerium (BMF), im Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie im Staatsministerium für Kultur und Medien (BKM) Mobiltelefone im Einsatz, die die App der Bundesregierung nicht unterstützen würden.

Im BMZ sei die App bei 30 Prozent der Diensthandys installierbar. Dort seien viele ältere Smartphone-Modelle im Einsatz, deren Betriebssystems die App nicht unterstützt. Ein Sprecher sagte der "BamS": "Das BMZ gibt eine lange Laufzeit der Geräte vor, um im Einklang von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Kosten sowie Umweltbelastung durch Elektroschrott gering zu halten." 

Im BMK seien zehn von insgesamt 90 Diensthandys Warn-App-fähig. Bei 65 Mobilgeräten handle es sich nicht um App-fähige Smartphones, sie dienten ausschließlich der Telefonie, sagte ein Sprecher der Zeitung. Bei 20 Smartphones müsse außerdem die Bluetooth-Verbindung "aus Sicherheitsgründen" ausgeschaltet werden. Die eingeschaltete Bluetooth-Verbindung ist aber Bedingung dafür, dass die Corona-Warn-App funktioniert. 

Das BMF gibt in der Zeitung an, es setze "Modelle unterschiedlicher Hersteller ein, die zum Teil den Einsatz der Corona-Warn-App zulassen", nannte aber keine Zahlen. "Alle beteiligten Stellen arbeiten daran, den Einsatz der App zeitnah auf sämtlichen Geräten zu ermöglichen", hieß es aus dem Ministerium.

Beim BMEL unterstützten noch zehn von 150 Dienstsmartphones die App nicht, sie sollen laut "BamS" aber in den kommenden Tagen ausgetauscht werden.

Apple und Google, die gemeinsam die Technologie entwickelt haben, auf der die deutsche Corona-Warn-App fußt, geben nur eine Voraussetzung an, damit die App funktioniert: Auf dem jeweiligen Smartphone muss entweder Android 6 oder, bei iPhones, iOS 13.5 installiert sein. (Lesen Sie hier mehr zu den Systemvoraussetzungen.)

Die Frage, ob Arbeitgeber ihre Beschäftigten anweisen können, die App zu installieren, ist juristisch umstritten. Grundsätzlich wäre das aber ausschließlich bei Diensthandys sowie während der Arbeitszeit möglich. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

ngo
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.