Verschärfte Twitter-Regeln Elon Musk will Account-Nachahmer sofort und für immer sperren

Der selbst ernannte »Redefreiheits-Absolutist« verschärft Twitters Regeln: Wer ein Profil unter dem Namen einer anderen Person betreibt und nicht als Parodie kennzeichnet, soll ohne Vorwarnung rausgeworfen werden.
Twitter unter Musk: »Thermonukleare« Optionen

Twitter unter Musk: »Thermonukleare« Optionen

Foto: Justin Lane / EPA

Der neue Twitter-Eigentümer Elon Musk verschärft die Regeln der Plattform: Profile, die sich für jemand anderen ausgeben, ohne dies klar als Parodie-Account kenntlich zu machen, werden dauerhaft und ohne Vorwarnung gesperrt, kündigte der selbst ernannte »Redefreiheits-Absolutist«  am Sonntag an. Accounts, die den Eindruck erwecken sollen oder könnten, der von Musk selbst zu sein, waren in den vergangenen Tagen mehrfach aufgetaucht.

Vor einer Suspendierung eines solchen Nutzerprofils werde es künftig keine Verwarnung mehr geben, teilte der neue Chef mit , da Twitter eine umfassende Verifizierung einführe: »Dies wird klar als Bedingung für die Anmeldung bei Twitter Blue gekennzeichnet sein«. Auch führe dann jede Namensänderung zum vorübergehenden Verlust des Verifizierungssymbols.

Twitter will einem Medienbericht zufolge die Einführung des Häkchens, das die Echtheit des Profils bestätigt, im Rahmen des acht Dollar teuren Abonnements namens Twitter Blue bis nach den Zwischenwahlen in den USA am 8. November verschieben.

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Verifizierung über Bezahldienste von Apple und Google

Obwohl die bisherige Überprüfung durch Twitter entfallen soll, trat Musk Sorgen entgegen, die Verifizierung per Abo könne die Tür für Missbrauch öffnen. Das vorherige System habe auch Lücken gehabt, behauptete Musk – und zeigte sich überzeugt, dass man auf Basis der Bezahlsysteme zur Überweisung der Abo-Gebühr und der App-Plattformen von Apple und Google die Accounts viel besser verifizieren könne. Sollten Betrüger versuchen, sich als jemand anderes auszugeben, werde ihr Account gesperrt.

Das Erlöspotenzial des Abo-Angebots ist unklar. Nach jüngsten Angaben von Ende Juni hatte Twitter knapp 238 Millionen täglich aktive Nutzer. Auf dieser Basis wären das zusätzlich rund 1,9 Milliarden Dollar im Monat, wenn alle Nutzerinnen und Nutzer für die Verifizierung bezahlen würden, was unrealistisch ist. Twitter machte im zweiten Quartal mit seinem bisherigen Geschäft knapp 1,2 Milliarden Dollar Umsatz. Nach der Übernahme durch Musk muss das Unternehmen keine Geschäftszahlen mehr veröffentlichen.

Zuvor hatte Musk auf Twitter gedroht, Werbekunden öffentlich bloßzustellen, die keine Anzeigen mehr auf der Plattform schalten. Er hatte damit auf den Vorschlag eines rechten Lobbyisten reagiert, er solle solche Firmen nennen, damit seine Anhänger sie mit einem »Gegenboykott« belegen könnten. Musk schrieb in seiner Antwort am Wochenende: »Danke. Ein thermonukleares Benennen und Schämen ist exakt das, was passieren wird, wenn das nicht aufhört.«

pbe/Reuters
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