Stressabbau-Apps Zur Entspannung in der Lavalampe rühren

Im Zeitlupentempo über das Display wischen und Karpfen im Teich erschrecken: Wir haben drei Stresskiller-Apps ausprobiert, die schnelle Erholung in der Mittagspause versprechen.

Ustwo

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E-Mails beantworten, Twitter checken, Mailbox abhören: Wenn es stressig wird, dann ist das Smartphone meistens mit dabei. Doch das Telefon kann auch dabei helfen, sich im hektischen Büroalltag zu entspannen. Wir haben drei Apps getestet, die beim Stressabbau helfen sollen.

Mit der neuen iOS-App "Pause" versprechen die Entwickler, dass die Nutzer sich innerhalb weniger Minuten besser konzentrieren und dabei auch noch relaxen können. 1,99 Euro kostet die Anwendung des schwedischen Entwicklerteams Ustwo, das mit seinem Puzzlespiel "Monument Valley" bekannt geworden ist.

Die Übung ist simpel: Zunächst zeigt ein Kringel an, wo der Nutzer seinen Finger auflegen muss. Dann schwebt der Kreis außerordentlich langsam über das Display, man muss diesen Bewegungen folgen. Schiebt man seinen Finger langsam genug über den Bildschirm, füllt sich rund um die Fingerspitze eine wabernde Farbblase, die aussieht wie die flüssigen Wachsbollen in Lavalampen.

Im Zeitlupentempo zur Entspannung

Je größer die Blase wird, desto mehr Lob gibt es von der App. Wer sich hingegen ablenken lässt, wird bestraft: Sobald man zu schnell über den Bildschirm wischt, schrumpft die Blase wieder. Auch wenn man nur kurz verharrt, verliert man die mühsam gesammelten Farbkleckse. Das führt dazu, dass man je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad sehr gemächlich über sein Smartphone wischen muss und sich nicht ablenken lassen darf, um die Aufgabe zu bestehen.

Da das Zeitlupentempo volle Aufmerksamkeit fordert, stellt sich nach ein paar Minuten tatsächlich ein Entspannungseffekt ein. Auch wenn das Wischprinzip der App sehr eintönig ist. Denn außer der Farbe und der Übungsdauer, die man einstellen kann, ändert sich nichts. Doch so klappt es eben auch mit der Meditation beim Kampfsport Tai-Chi, an dem sich die Entwickler für die Entspannungs-App orientiert haben.

"Calm" für iOS und Android

Unterwasser-Video: Die Wellenbewegungen sollen beruhigend wirken
calm.com

Unterwasser-Video: Die Wellenbewegungen sollen beruhigend wirken

Sanfte Wellen schwappen an den Strand, ein Regenschauer prasselt auf grüne Blätter herab und Weizenähren wiegen sich im Wind: Die App "Calm" für iOS und Android setzt auf Entspannung mit Reizen aus der Natur. Der Nutzer kann aus mehreren Videos auswählen, die beruhigende Landschaftsaufnahmen zeigen. Dazu erklingen sphärische Klänge.

Die kostenlose Version der App bietet einen Anfängerkurs an, der sieben Tage lang grundlegende Meditationsübungen vermittelt. Außerdem können die Nutzer zwei Entspannungsübungen auswählen, die je nach Wunsch 2 bis 30 Minuten dauern. Eine Frauenstimme erklärt während der Übungen, wie man atmen muss und worauf man seine Gedanken fokussieren soll.

Leider ist die App nur in englischer Sprache verfügbar. Doch wer mit einer englischen Anleitung keine Probleme hat, der kann sich mit den Atemübungen und dem Entspannungskurs langsam an eine flinke Mittagspausen-Meditation herantasten. Wem das nicht genügt, der muss zahlen: Übungen für Fortgeschrittene gibt es nur mit einem Abo, das zehn Euro im Monat und 40 Euro für ein ganzes Jahr kostet.

"Epic Zen Garden" für iOS

Sandkastenspiele: "Epic Zen Garden" setzt auf japanische Meditationsübungen
Epic Games

Sandkastenspiele: "Epic Zen Garden" setzt auf japanische Meditationsübungen

Hunderte Schmetterlinge flattern umher und folgen dem Finger auf dem Touchscreen, während sich sanft die Wasseroberfläche im Karpfenteich wellt: Mit der App "Epic Zen Garden" hat der Elektronikkonzern Apple auf seiner Herbst-Keynote im vergangenen Jahr ordentlich geprotzt. Die Entwickler von Epic Games haben die Unreal Engine 4 für das kostenlose Entspannungsspiel verwendet und damit einen ziemlich beeindruckenden Vorgarten auf einem schwebenden Felsen geschaffen.

Doch wie der Name schon sagt, liefert die App nicht nur eine opulente Grafik, sondern auch ein paar Entspannungsübungen. Man kann Kirschblüten sprießen lassen, mit dem Finger in einem Karpfenteich herumplantschen und einen virtuellen Rechen durch einen Sandkasten ziehen - eine Übung, die aus Japan kommt. Die gleichförmigen Arbeit mit dem Rechen soll entspannen.

Eine Anleitung zur Meditation gibt es in der App leider nicht. Dem Spieler ist es selbst überlassen, wie lange er mit dem Finger durch den Sand streicht. Man benötigt also schon gewisse Grundkenntnisse, um sich beim Herumwischen auf dem iPhone zu entspannen. Die App ist kostenlos, stellt aber hohe Anforderungen an die Hardware. Man benötigt mindestens ein iPhone 5S oder ein iPad Air beziehungsweise ein iPad Mini, um sich flüssig durch den Zengarten zu arbeiten.



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
mowlwrf 11.10.2015
1.
Für mich ist die beste stressabbau Methode, Handy ausschalten.....
felisconcolor 11.10.2015
2. Epic Zen Garden
finde ich sehr gelungen. Die Grafikengine ist für diese Sachen auch die Wahl. die Landschaft ist so schön umgesetzt das man sich eigentlich mehr Freiheiten wünscht um sie zu erkunden. Vielleicht gibt es ja mal ein Update was mehr Raum zum Schauen bietet. Oder um durch die Felsen zu fliegen. Wer Stress durch sein Handy hat, macht definitiv was falsch. Oder hab ich nur den richtigen Job? ;-)
whocaresbutyou 11.10.2015
3. da macht man doch irgendwie den Bock zum Gärtner...
neulich musste ich lesen, die meisten Kids fühlen sich durch ihr Handy gestresst und keine zwei Wochen später gibt`s die Anti-Stress-App für`s Handy. Wenn ich mich entspannen will, lasse ich das Handy in der Ladeschale, lege mich mit geschlossenen Augen in den Garten und wickle mir meine Katze um den Hals... Da fällt mir gerade auf... meine Feigen sind reif... wie krieg ich di bloß vom Baum?? ... gibt`s da nicht ne wie-pflücke-ich-überreife-Feigen-App ?
hschmitter 11.10.2015
4.
Genauso könnte man ja den Folterknecht bitten, nicht ganz so doll zuzuschlagen. Selber schuld, wer sich in diese Abhängigkeit begibt.
mikaiser 12.10.2015
5. die Bento-Reklame in diesem Bericht
bewirkt exakt das Gegenteil von Stressabbau. Sowas nervt. In jedem Bericht.
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