Assistent für Facebooks Messenger M ist weder Mann noch Frau und mehr als ein Computer

Ähnlich wie Siri und Cortana, aber menschlicher: Mit M versucht sich nun auch Facebook an einem digitalen Assistenten. Die Software soll Geschenke bestellen und den Nutzer vor nervigen Warteschleifen bewahren können.
Facebook M: Von Menschen unterstützte Assistenzfunkion

Facebook M: Von Menschen unterstützte Assistenzfunkion

Foto: Facebook

Facebook will Nutzern langfristig noch weniger Gründe geben, die eigenen Apps zu verlassen. Der Chef der Messenger-Sparte, David Marcus, hat in einem Facebook-Beitrag  Experimente mit einem neuen digitalen Assistenten angekündigt. Er soll Messenger-Nutzern helfen, Dinge zu erledigen und Informationen zu finden und ihnen so "mehr Zeit für das wirklich Wichtige in ihrem Leben lassen".

Der neue Service trägt den Namen M und befindet sich offenbar noch in einer frühen Entwicklungsphase. Zunächst ist M nur für ausgewählte Nutzer der Messenger-App in der näheren Umgebung von San Francisco zugänglich.

Marcus schreibt, M basiere auf einer künstlichen Intelligenz, die von Menschen beaufsichtigt und unterstützt wird. M soll so, anders als die meist rein technikbasierten Konkurrenzdienste, in der Lage sein, komplette Aufgaben zu erledigen. In diesem Zusammenhang erwähnt Marcus Einkäufe, Geschenkbestellungen, Restaurantreservierungen und Reisevorbereitungen.

Mit M tritt Facebook in Konkurrenz zu Siri und Cortana

Mit M tritt Facebook in Konkurrenz zu Siri und Cortana

Foto: Facebook

Das Tech-Magazin "Wired" schreibt, Facebook-Mitarbeiter hätten M in ersten Tests gern genutzt, um Tipps zur WLAN-Einrichtung abzurufen oder ihr HBO-Fernsehabo zu kündigen. Dank M konnten sie den Warteschleifen und automatischen Ansagen der Service-Hotlines entgehen.

M hat kein Geschlecht

Auf Ms Startbildschirm, der auf einem Screenshot zu sehen ist, werden als Beispielfragen "Gibt es einen hundefreundlichen Strand in der Nähe?" und "Kannst du mir helfen, Blumen für den Geburtstag meiner Mutter zu bestellen?" erwähnt.

"Wired" merkt an , im Gegensatz zu Siri und Cortana habe M kein Geschlecht. Nutzer erführen zudem nicht, ob Antworten von der künstlichen Intelligenz oder einer echten Person stammen. David Marcus sagt "Wired", er rechne damit, dass Facebook mit der Zeit Jobs für Tausende Menschen schaffen wird, die M beim Bearbeiten der Anfragen unterstützen.

Funktionell soll M mehr bieten als die bisher rein auf Software basierenden Assistenzfunktionen

Funktionell soll M mehr bieten als die bisher rein auf Software basierenden Assistenzfunktionen

Foto: Facebook

Der Markt für digitale Assistenten entwickelt sich derzeit schnell. Microsoft zum Beispiel bietet mit Windows 10 den Dienst Cortana an. Neuere Apple-Mobilgeräte haben die Sprachsteuerung Siri an Bord, Google-Produkte den Assistenten Google Now. Parallel zu diesen Anwendungen, die in der Regel vorinstalliert sind, gibt es auch zahlreiche Service-Apps wie GoButler, Sixtyone Minutes und Magic, bei denen echte Menschen auf die Nutzeranfragen reagieren.

mbö/AP