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31. Mai 2019, 11:32 Uhr

Facebook

Zuckerbergs Sicherheitschef soll Mitarbeiter sexuell belästigt und diskriminiert haben

Ex-Mitarbeiter von Facebook werfen Mark Zuckerbergs Sicherheitschef sexuelle Belästigung, Rassismus und Homophobie vor. Auch Zuckerbergs Frau soll er beleidigt haben.

Der Sicherheitschef von Mark Zuckerberg steht in der Kritik: Ehemalige Mitarbeiter werfen ihm sexuelle Belästigung sowie homophobe und rassistische Kommentare vor, berichtet die Nachrichtenseite "Business Insider". Dokumenten zufolge, die dem US-Wirtschaftsmagazin vorliegen, prangern zwei Betroffene "allgegenwärtiges diskriminierendes Verhalten" und ein "schreckliches Ausmaß an sexueller Belästigung" an.

Eine frühere Mitarbeiterin des Sicherheitsteams, die von ihrem Chef gefeuert worden war, beschuldigt ihn, sie mehrfach belästigt zu haben - etwa, indem er anderen Mitarbeitern gesagt habe, sie müsse ihre Kleidung wechseln, da es sonst zu ablenkend sei. Eine transsexuelle Person bei Facebook soll der Mann als "es" bezeichnet haben, einen homosexuellen Mitarbeiter hat er den Vorwürfen zufolge ebenfalls abgewertet und in einem Restaurant sexuell belästigt.

Auch die Frau von Mark Zuckerberg, Priscilla Chan, soll der Sicherheitschef beleidigt haben, während er sich über ihre Fahrfertigkeiten ausließ. Zudem sagte er dem Bericht zufolge, er würde "Schwarzen nicht trauen". Dazu kamen offenbar noch herablassende Äußerungen über die "Black Lives Matter"-Bewegung sowie über die Diversity-Bemühungen der Familienstiftung Chan Zuckerberg Initiative, für die er seit 2017 auch als Sicherheitsberater arbeitet.

Angeblich 25 Jahre Erfahrung

Liam B. ist ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter und hat nach eigenen Angaben mehr als 25 Jahre Erfahrung im Sicherheitsbereich. Er habe "die Sicherheits- und Schutzstrategien zur Unterstützung einer prominenten Familie, ihrer Marke, ihrer physischen Vermögenswerte und alle damit verbundenen Einheiten ... entworfen, implementiert und verwaltet", beschreibt er seinen Aufgabenbereich auf LinkedIn. Allein 2018 hat Facebook 20 Millionen Dollar für die Sicherheit von Mark Zuckerberg und seiner Familie zu Hause und auf Reisen ausgegeben.

Einem Facebook-Sprecher zufolge wurde der Sicherheitschef vorerst freigestellt. Die Vorwürfe würden nun von einer externen Kanzlei untersucht werden.

Die beiden ehemaligen Mitarbeiter fordern Entschädigungszahlungen für den Verlust ihrer Jobs und die emotionalen Belastungen. Sie sagen auch, dass die Vorwürfe einem Facebook-Manager gemeldet worden seien, der aber nicht eingegriffen habe.

Zu Mark Zuckerberg ist das Fehlverhalten des Sicherheitschefs offenbar nicht vorgedrungen. In einer Stellungnahme von Facebook hieß es, man habe erst durch die jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe von dem Problem erfahren. Auch die beiden ehemaligen Mitarbeiter beschuldigen Zuckerberg nicht, etwas von den Vorwürfen gewusst oder den Sicherheitschef gedeckt zu haben.

sop/AP

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