Broker-App Robinhood beschränkt weiterhin den Handel mit GameStop-Aktien

Statt wie zuletzt 50 will Robinhood jetzt nur noch acht Aktien mit Handelsbeschränkungen belegen. Den zahlreichen Klagen gegen sich können die App-Betreiber wohl gelassen entgegensehen.
GameStop: Über Robinhood sind die Aktien des Videospiel-Verkäufers weiterhin nicht unbeschränkt handelbar

GameStop: Über Robinhood sind die Aktien des Videospiel-Verkäufers weiterhin nicht unbeschränkt handelbar

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SHAWN THEW/EPA-EFE/Shutterstock

Robinhood will nach eigenen Angaben nur noch den Handel mit acht statt wie bisher 50 Aktien regulieren. Nutzerinnen und Nutzer der Broker-App dürfen weiterhin nur eine bestimmte Zahl an Wertpapieren von und Optionen auf Unternehmen wie GameStop, Blackberry, AMC Entertainment oder Nokia kaufen, wie das Unternehmen am späten Sonntagabend bekannt gab. Teilweise ist nur der Erwerb einer einzelnen Aktie erlaubt.

Der wegen seiner Nutzungsbeschränkungen heftig in Kritik geratene und vergangene Woche reihenweise verklagte  Neotrader begründete seine Entscheidung mit einer »anhaltenden Marktvolatilität« und behielt sich weitere Änderungen vor. Weil so etwas auch in seinen Nutzungsbedingungen steht, denen alle Nutzerinnen und Nutzer zustimmen müssen, hat Robinhood nach Ansicht von Rechtsexpertinnen und -experten wenig zu befürchten, wie Reuters berichtet .

Der vor allem bei jüngeren Anlegern beliebte Anbieter hatte am Donnerstag überraschenderweise für mehrere Stunden den Handel mit bestimmten Aktien ausgesetzt. Daraufhin stürzten Kurse betroffener Unternehmen ab. Betroffen waren dabei auch Firmen wie Starbucks, Trivago oder Moderna, die im Gegensatz zu Robinhoods Darstellung keinen besonderen Kursschwankungen unterlagen.

Auch in Deutschland waren Broker wie die Smartphone-Apps Trade Republic oder Trading212 in Bedrängnis geraten, weil sie ihren Nutzerinnen und Nutzern den vollständigen Zugang zum freien Markt untersagten. So war zeitweise nur der Verkauf bestimmter Wertpapiere, nicht aber der Kauf neuer Anteile gestattet.

Aktien von GameStop und AMC waren in den vergangenen Wochen unter anderem bei Nutzerinnen und Nutzern von Reddit besonders gefragt. Dabei stellten sie sich gegen sogenannte Shortseller wie Citron Research und Melvin Capital, die massiv auf fallende Kurse der besagten Unternehmen gewettet hatten. Daraufhin schossen die Aktienkurse nach oben und einige Hedgefonds erlitten extrem hohe Verluste.

Durch die Handelsrestriktionen von Brokern wie Robinhood sahen sich die Kleinanleger nun auf ihrer Gewinnstrecke ausgebremst. Sie hegen den Verdacht, dass die Handelsplattformen den Hedgefonds den Rücken freihalten. Robinhood und Co. streiten dies ab, doch die Empörung ist nicht nur bei der Anleger-Community groß, sondern auch in der Politik.

pbe/dpa
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