App nicht mehr verfügbar Digitaler Führerschein nach Hinweisen auf Sicherheitslücken vorerst gestoppt

Erneute Panne bei den Digitalisierungsbemühungen der Bundesregierung: Die vorige Woche von Verkehrsminister Scheuer vorgestellte App »ID Wallet« für den digitalen Führerschein ist nicht mehr verfügbar.
Verkehrsminister Scheuer mit »ID Wallet«: Sicherheitslücken in der App

Verkehrsminister Scheuer mit »ID Wallet«: Sicherheitslücken in der App

Foto: Rui Cardoso / BMVI

Nur eine Woche nach dem Startschuss für den digitalen Führerschein in Deutschland ist die dazugehörige Smartphone-App »ID Wallet« wieder zurückgezogen worden. Die Anwendung war am Donnerstag weder in Apples App Store noch im Google Play Store verfügbar. Zuvor hatten Expertinnen und Experten auf Sicherheitslücken in der App hingewiesen.

Der von der Bundesregierung beauftragte Dienstleister Digital Enabling GmbH erklärte , der Start der App habe viel Aufmerksamkeit von Nutzerinnen und Nutzern erhalten, die sich intensiv mit Sicherheits- und Vertrauensfragen befassen. »Um das System auf höhere Nutzlasten auszulegen und den Sicherheitshinweisen nachzugehen, werden wir in den nächsten Wochen umfangreiche weitere Tests durchführen. In dieser Zeit werden wir die App aus den Stores nehmen.«

Der digitale Führerschein, der in der »ID Wallet« aufbewahrt wird, soll nach den Plänen der noch amtierenden Bundesregierung unter anderem die Anmietung von Mietwagen oder die Nutzung von Carsharing-Angeboten erleichtern. Langfristig sollte das digitale Abbild des Führerscheins auf dem Smartphone das analoge Papier vollständig ersetzen können, etwa bei einer Ausweiskontrolle. Das Projekt war vor einer Woche von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorgestellt worden.

In der schwarz-roten Bundesregierung hatte sich vor allem die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), für eine Digitalisierung von amtlichen Dokumenten und darauf aufsetzenden Anwendungen wie die »ID Wallet« starkgemacht.

Nach der Vorstellung des Projektes »Digitaler Führerschein« traten zunächst technische Schwierigkeiten auf, weil die Server überlastet waren. Außerdem kritisierten Sicherheitsexperten aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs (CCC) die Anwendung. Zu den Kritikern gehört auch Lilith Wittmann, die zuvor bereits gravierende Sicherheitslücken in der Wahlkampf-App der CDU entdeckt hatte. Man habe »Grund zur Annahme«, dass die Infrastruktur hinter der App und die zugrundeliegende Blockchain-Technik angreifbar sein könnten, twitterte ein CCC-Mitglied .

pbe/dpa
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