Anpassungen bei Facebook-Tochter Instagram will Kinder besser vor Cybergrooming schützen

Instagram macht es Erwachsenen künftig schwerer, auf der Plattform Minderjährige anzuschreiben. So weit wie beim Rivalen TikTok gehen die Regeln für neue Accounts und Privatnachrichten aber nicht.
Facebook-App Instagram: Nachbesserungen beim Jugendschutz

Facebook-App Instagram: Nachbesserungen beim Jugendschutz

Foto: Thomas Trutschel / imago images/photothek

Instagram will künftig mehr für den Schutz Minderjähriger tun.

  • Zum Schutz vor ungewollten Kontaktanfragen werden Erwachsene fortan daran gehindert, Nutzer im Alter unter 18 Jahren per Direktnachricht anzuschreiben, wenn diese ihnen nicht schon folgen.

  • Zusätzlich möchte die Foto- und Videoplattform aus dem Hause Facebook verstärkt auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen setzen, um herauszufinden, ob sich entgegen ihren Regeln Kinder im Alter von unter 13 Jahren anmelden.

  • Und außerdem will Instagram Jugendliche bei der Anmeldung künftig dazu bewegen, ihre Accounts privat zu lassen, was bedeutet, dass ihre Inhalte nur für Nutzer sichtbar sind, die sie bestätigt haben.

Die Neuerungen gelten weltweit, wie Instagram am Dienstag ankündigte.

TikToks Regeln sind schärfer

Davor, alle Accounts von unter 16-Jährigen standardmäßig auf privat zu setzen, wie es seit Kurzem Konkurrent TikTok macht , schreckt Instagram aber offenbar zurück. Seit gut einem Jahr verbietet TikTok unter 16-Jährigen pauschal auch das Schreiben und Empfangen von Direktnachrichten.

»Wir regen an, dass Jugendliche einen privaten Account wählen und erläutern bei der Anmeldung, was der Unterschied zwischen einem privaten und einem öffentlichen Account ist«, sagt Instagram-Manager Alexander Kleist. Tests hätten gezeigt, dass dies das Bewusstsein für den Unterschied zwischen den Profilarten deutlich verbessere.

Junge Nutzer, die sich für einen öffentlichen Account entscheiden, würden von Instagram später auch noch darauf hingewiesen, dass der Dienst für sie private Profile empfehle, heißt es.

Offiziell ist Instagram erst ab 13 Jahren

Instagram darf nach den Regeln der Plattform nur von Kindern ab 13 Jahren genutzt werden. Bei der Anmeldung wird man zwar nach dem Alter gefragt, aber es kommt immer wieder vor, dass jüngere Kinder ein falsches Alter angeben. »Die meisten sind ehrlich, aber es gibt auch Menschen, die tricksen und ein falsches Alter angeben«, sagt Manager Kleist.

Instagram versucht nach eigenen Angaben bereits jetzt, mithilfe verschiedener Datenpunkte solche Nutzer ausfindig zu machen. Die Plattform hält sich aber zu den Einzelheiten bedeckt. »Wir wollen auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen, weil wir den Leuten keine Anleitungen an die Hand geben wollen, wie sie das System austricksen können«, sagt Kleist.

Jugendschützer hatten Instagram bereits häufig aufgefordert, mehr dagegen zu unternehmen, dass Kinder von Erwachsenen mit falschen Profilen angeschrieben werden können, etwa zur Anbahnung sexueller Kontakte.

Auf die Gefahren des sogenannten Cybergroomings  hatte erst vergangene Woche eine RTL-Show namens »Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können«  aufmerksam gemacht. In der Sendung wurde mithilfe jung aussehender, aber erwachsener Schauspieler und Schauspielerinnen gezeigt, wie schnell es Kindern im Internet passieren kann, dass sie unangenehme und zum Teil auch zutiefst verstörende Privatnachrichten von Erwachsenen erhalten.

mbö/dpa
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