Streaming-App Joyn bekommt kostenpflichtige Premium-Variante

Exklusive Inhalte, eine höhere Auflösung für Privatsender-Livestreams: Die Video-App Joyn gibt es jetzt auch in einer Bezahlvariante. Teile des Angebots kennt man von einem anderen Streamingdienst.

Website von Joyn: Oben rechts geht es zum kostenpflichtigen Plus+-Bereich
Joyn

Website von Joyn: Oben rechts geht es zum kostenpflichtigen Plus+-Bereich


Die Streamingplattform Joyn gibt es seit Dienstag auch in einer kostenpflichtigen Variante samt eigenproduzierten Serien und zusätzlichen Sendern. Das Angebot mit dem redundant wirkenden Namen Plus+ kostet 6,99 Euro pro Monat und ist monatlich kündbar. Der erste Monat ist gratis, die drei sich daran anschließenden Monate sind derzeit auf 3,99 Euro rabattiert.

In der Plus+-Variante enthält Joyn laut Eigenwerbung "Tausende Topfilme" und "Hunderte Serien" wie " The Walking Dead" und "Grey's Anamtony". Viele dieser Inhalte kennen Streaming-Fans bereits von der Plattform Maxdome, deren "Highlights" sich nun im Plus+-Bereich von Joyn abrufen lassen sollen. "DWDL" schreibt unter Verweis auf die Joyn-Betreiber, bei Plus+ seien 34.000 von 50.000 Maxdome-Inhalten verfügbar.

Zu den Serien im neuen Plus+-Paket zählen aber auch von Joyn produzierte oder mitproduzierte Serien, die meist auf den deutschen Markt zugeschnitten sind. In diese Kategorie fällt etwa der bald verfügbare mehrteilige Thriller "Dignity" über die jahrzehntelangen Verbrechen in der von einer eine deutschen Sekte bewohnten Siedlung Colonia Dignidad in Chile. Die Hauptrollen spielen Devid Striesow und Götz Otto. Zwölf solcher Eigenformate sind laut Joyn für 2020 vorgesehen.

Des Weiteren können zahlende Nutzer sechs Pay-TV-Sender, wie etwa Sat.1 emotions, Kabel eins classics und Animal Planet, zusätzlich empfangen. Zum Thema Werbung heißt es allgemein, Plus+-Kunden würden "weniger Werbung" sehen.

Die kostenlose Variante bleibt

Neben dem optionalen Bezahlangebot bleibt die im Juni gestartete kostenlose Basisvariante von Joyn wie gehabt bestehen. Als Joint Venture der TV-Anbieter ProSiebenSat.1 und Discovery bietet Joyn eine Mediathek mehrerer Privatsender an, darunter ProSieben, Sat.1, Sixx und DMAX.

Die Inhalte der Sender sowie deren Livestreams lassen sich in der Basisvariante von Joyn aber nur in SD-Qualität abrufen. HD bei Privatsenderinhalten ist Plus+-Abonnenten vorenthalten. Zahlreiche ebenfalls über Joyn abrufbare Inhalte sowie Streams von öffentlich-rechtlichen Sendern lassen sich aber auch in der kostenlosen Variante in HD abrufen. Von 4K-Streaming ist derweil bislang nicht einmal bei Plus+ die Rede.

Joyn lässt sich unter iOS, Android und über Streaminggeräte wie einen Chromecast oder Apple TV auf vielen Fernsehern nutzen, über Joyn.de auch auf Desktop-PC und Laptops. Die Betreiber geben an, Joyn habe derzeit knapp fünf Millionen monatlich aktive Nutzer. Der Dienst werde in ähnlichem Umfang für Video-on-Demand-Abrufe und Sender-Livestreams genutzt.

Langfristig soll Joyn der Nachfolger von Maxdome und auch des Eurosport Players werden, hatten es im Sommer geheißen. Aktuell heißt es zu diesem Thema, die Einbindung des Eurosport Players folge "bis Mitte des nächsten Jahres". Auch Maxdome existiert vorerst als Einzelangebot weiter, für 7,99 Euro im Monat.

Verzichten muss man bei Joyn und Joyn Plus+ nach wie vor auf eine Download-Funktion: Sie soll zahlenden Kunden "in der ersten Jahreshälfte 2020" verfügbar gemacht werden.

mbö/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
draco20007 26.11.2019
1.
War doch klar das sowas kommt... Und schon fragmentiert der "Streaming-Markt" weiter und die Kunden werden wieder in die Piraterie getrieben, weil niemand ein halbes Dutzend und mehr Abos für Streaming-Dienste haben will...
inovatech 26.11.2019
2. Man kann sich auch
für ein paar Euro einen TV-Server selbst bauen. Dann kann man mit allen WLAN-fähigen Geräten Zuhause überall TV schauen. Sogar unterwegs und z.B. im Hotel. Wozu so eine teure Abo-Streaming-Lösung ?
blabla55 26.11.2019
3.
Hat System,TV Now war auch erst kostenlos,die Premium Variante ist mitterlweile bei 4,99-
opensource 26.11.2019
4. Streaming gehört im Rahmen der Klimakrise verboten
Der weltweite Stromverbrauch, der beim Streaming anfällt, etwa der Jahresproduktion an Ökostrom in Deutschland: https://www.strom-magazin.de/strommarkt/so-viel-strom-verbraucht-streaming-weltweit_219295.html Statt wie in NRW das broadcasting abzuschalten sollte es die Norm bleiben. Einfache Systeme wie https://tvheadend.org/ sorgen dafür, dass man/frau jederzeit genau das sehen kann, was sie sich aussuchen. Sonst ist die Energiewende nicht zu schaffen! (Ich mache dass schon so)
draco20007 26.11.2019
5.
Zitat von opensourceDer weltweite Stromverbrauch, der beim Streaming anfällt, etwa der Jahresproduktion an Ökostrom in Deutschland: https://www.strom-magazin.de/strommarkt/so-viel-strom-verbraucht-streaming-weltweit_219295.html Statt wie in NRW das broadcasting abzuschalten sollte es die Norm bleiben. Einfache Systeme wie https://tvheadend.org/ sorgen dafür, dass man/frau jederzeit genau das sehen kann, was sie sich aussuchen. Sonst ist die Energiewende nicht zu schaffen! (Ich mache dass schon so)
Wo unterscheidet sich jetzt "tvheadend" von Streaming über Netflix beim Energieverbrauch? Außer, dass es total ineffizient ist, wenn jeder das für sich macht? Ist wie mit den Paketdiensten...entweder jeder fährt alleine in die Stadt oder man schickt EIN Auto los, was 100 Pakete ausliefert. Ein riesiges Datenzentrum, was tausende User "bedient", ist deutlich effizienter, als wenn jeder selbst die Infrastruktur im Kleinen aufbaut. Sobald sie "tvheadend" über WAN übertragen können sie auch Netflix benutzen...und wenn sie es nur im LAN betreiben ist es immer noch mehr Stromverbrauch, als wenn sie einfach ihren TV direkt benutzen...
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