LastPass Millionenfach genutzter Passwortmanager ändert sein Preismodell radikal

LastPass zählt zu den bekanntesten Passwortmanagern und ließ sich bisher relativ gut kostenfrei nutzen. Jetzt haben die Macher ihrer Gratisversion zwei entscheidende Einschränkungen verpasst.
Werbeseite für LastPass Premium: Der Dienst will mehr Nutzer zu zahlenden Kunden machen

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Foto: Lastpass

Wer die Passwortmanagement-Software LastPass kostenfrei nutzen will, kann dies künftig nur noch auf einem Gerätetyp tun: auf Desktop-Rechnern und Laptops, die gemeinsam die Kategorie »Computer« bilden, oder auf Mobilgeräten, also auf Smartphones, Tablets und Smartwatches. Das haben die Macher von LastPass am Dienstag bekannt gegeben . In ihrem Blogpost heißt es: »Ab 16. März 2021 gilt der Zugriff auf LastPass Free über unbegrenzt viele Geräte nur noch für einen Gerätetyp.«

LastPass zählt neben Diensten wie KeePass, 1Password oder Dashlane zu den bekanntesten Passwortmanagern. Der Service hat eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. LastPass Free ist die Gratisvariante des Dienstes, die einige Funktionen weniger bietet als die Bezahlvarianten.

Bislang ließ sich aber auch LastPass Free Gerätetyp-übergreifend verwenden. Speicherte man zum Beispiel über die Handy-App ein Passwort ab, ließ es sich auch abrufen, wenn man später über den Internetbrowser seines Laptops auf LastPass zugriff. So etwas ist künftig nicht mehr möglich – es sei denn, man zahlt oder wechselt zwischendurch den sogenannten »aktiven Gerätetyp«, was aber nur bis zu dreimal möglich sein soll.

Das kosten die Bezahlvarianten

Für die Premium-Variante von LastPass, bei der nicht zwischen verschiedenen Gerätetypen unterschieden wird, werden jährlich rund 35 Euro fällig. Damit bewegt sich LastPass in ähnlichen Preisregionen wie beispielsweise der Konkurrent 1Password . Eine sogenannte »Families«-Variante von LastPass, die Privatnutzer mit sechs Premium-Zugängen ausstattet, kostet knapp 47 Euro.

Im ersten Jahr will LastPass jenen Nutzerinnen und Nutzern, die von der Kostenlos- auf die Premium-Version wechseln, ein Sonderangebot machen, heißt es – für rund 25 Euro. Nach dem ersten Jahr dürfte dann der reguläre Preis verlangt werden. Zu den Preisen kommt für Nutzer aus Deutschland jeweils noch die Mehrwertsteuer hinzu.

Ab dem 16. März wird es ernst

Die Änderungen bei LastPass Free treten Mitte März in Kraft, teilt das Unternehmen mit: »Wenn Sie bis zum 16. März kein Upgrade auf Premium vornehmen, wird der aktive Gerätetyp anhand des ersten Geräts festgelegt, auf dem Sie sich an oder nach diesem Datum anmelden.«

Zwei Monate später passiert dann noch etwas, das Nutzerinnen und Nutzern von LastPass Free nicht gefallen dürfte: Der E-Mail-Support von LastPass steht ab dem 17. Mai nur noch in der Premium- und »Families«-Version zur Verfügung. »Als LastPass-Free-Benutzer können Sie aber jederzeit die Bibliothek in unserem Supportcenter mit zahlreichen Ressourcen zur Selbsthilfe besuchen«, vertröstet LastPass Nutzerinnen und Nutzer der Kostenlos-Version, »oder Ihre Frage in der LastPass-Community stellen, in der auch unsere Experten aktiv sind«.

Warum LastPass die beiden Änderungen vornimmt, liegt auf der Hand: Der Dienst will möglichst viele seiner Millionen Nutzerinnen und Nutzer zu regelmäßig zahlenden Kunden machen, indem die kostenlose Variante des Dienstes merklich beschnitten wird. Sie ist ab Mitte März im Grunde nur noch für jene interessant, die LastPass ausnahmslos auf Mobilgeräten oder ausschließlich auf Computern benutzen.

In den sozialen Medien ärgerten sich am Dienstag viele LastPass-Free-Anwender über die Umstellungen. Doch sobald die erste Wut verflogen ist, werden vielleicht auch sie sich die Frage stellen, ob sie dem Unternehmen, dessen Software sie womöglich Dutzende ihrer Passwörter anvertrauen, vielleicht ein paar Euro im Monat zahlen sollten. Und wer diese Frage mit Nein beantwortet, der kann ja immer noch zu einem anderen Dienst wechseln.

mbö