Mit Excel Musik machen Diese Tabelle ist ein Hit

So viel Spaß macht Bürosoftware selten: Ein YouTuber zeigt, wie man mit Excel Popsongs komponieren und abspielen kann. Als Beispiel hat er sich einen Hit aus den Achtzigern vorgenommen.
Musik statt Mathematik: Mit der Excel-Datei xlStudio lassen sich komplette Arrangements komponieren

Musik statt Mathematik: Mit der Excel-Datei xlStudio lassen sich komplette Arrangements komponieren

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Microsoft/ Dylan Tallchief

Excel kann gut mit Tabellen und Grafiken umgehen. Aber das ist nicht alles. Die Bürosoftware kann jetzt auch Musik machen. Der YouTuber Dylan Tallchief hat mithilfe der Tabellensoftware das Programm xlStudio erstellt, das Loops und Melodien abspielen kann. Als Beweis hat er den Song "Take On Me" der norwegischen Popband "A-ha" in Excel nachgebaut. Seinen Musikbaukasten für Excel, mit dem jeder Nutzer Midi-Lieder komponieren können soll, verschenkt er.

Der Musikeditor wird wie eine herkömmliche Excel-Datei geöffnet. Nach einem Klick auf den Startknopf hüpft eine blaue Kachel im Takt von Feld zu Feld. Bei "Take on Me" startet zunächst die Schlagzeugzeile, dann folgt ein Synthesizer und schließlich stimmen Streicher und Bass mit ein. Der Midi-Sound ist zwar nicht viel besser als der Soundtrack bei Neunzigerjahre-Adventures wie "The Secret of Monkey Island". Aber hier läuft ja auch keine professionelle Studiosoftware, sondern Microsofts Officesoftware.

Dylan Tallchief hat das Tool vor ein paar Tagen veröffentlicht. Die beiden Excel-Dateien mit Demo und Baukasten stehen hier zum Download  bereit. In einem Video erklärt Tallchief die wichtigsten Funktionen:

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Schon vor ein paar Monaten hatte Tallchief die Bürosoftware zweckentfremdet. Damals beschränkte er sich auf Schlagzeugbeats. "Das war nur eine schräge, blöde Idee", sagt Tallchief im Video. "Aber es kam richtig gut an." Also habe er sich entschlossen, einen Nachfolger zu basteln. Das Schlagzeug-Tool ist immer noch mit an Bord. Jetzt gibt es aber auch noch einen Tabellenreiter für Melodien und einen Reiter, in dem sich die digitalen Musikinstrumente gemeinsam abspielen lassen.

Die Bedienung ist leider extrem kompliziert. Wer Studiosoftware gewohnt ist, muss umlernen. Statt einen Cursor an eine bestimmte Stelle zu schieben, um die Aufnahme von dort zu starten, muss in die oberste Zeile ein "S" eingetragen werden. Will man einen Endpunkt setzen, trägt man ein "E" ein oder ein "L" für "Loop", wenn man eine Melodie oder einen Rhythmus wiederholt abspielen lassen will.

Auch wenn man eine Spur einzeln abhören oder ein Instrument stumm schalten will, muss man dafür Buchstaben in die Tabelle eintragen. Um Melodien einzugeben, werden die gewünschten Töne Stück für Stück in den Noteneditor gezeichnet. Das dauert deutlich länger, als sie mit einem Keyboard einzuspielen. Aber immerhin lassen sich diese Muster kopieren und wiederholen, außerdem werden Akkorde automatisch abgespielt, wenn man ein "M" in ein Feld schreibt.

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xlStudio: Musik aus Excel

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Microsoft/ Dylan Tallchief

Mit großen Musikproduktionen ist das Excel-Tool überfordert. Immer wieder hakt der Ton, wenn man die Seite verschiebt oder mit dem Cursor ein Feld auswählt. Das Lied gerät dann völlig aus dem Takt. Aber die Software ist eine nette Spielerei und eine gute Fingerübung auf dem Weg zur eigenen Beat-Produktion.

Wer Melodien mit xlStudio abspielen will, muss allerdings Makros aktivieren. In der Regel sollte diese Funktion jedoch lieber ausgeschaltet bleiben, weil Excel-Makros ein beliebtes Tool sind, um Schadsoftware auf den Rechner einzuschleusen.

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