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Ö-Apps: Tipp den Staat an

Öffentliche Apps Regierung startet App-Verzeichnis

Bundeswehr-Orden, Wartenummern in Neuss und Grevenbroich, Restaurants in Bremen: Die Bundesregierung hat ein Portal gestartet, auf dem "öffentliche" Apps aufgelistet werden. Bisher fällt das Angebot mager aus.

Die Bundesregierung hat am Dienstag ein App-Verzeichnis gestartet. Auf govapps.de  werden nach Regionen und Themen sortiert "öffentliche Apps" für Smartphones und PC gesammelt. Die Seite wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik angeboten und wurde anlässlich des IT-Gipfels in Essen gestartet - wie sich das für ein modernes Web-Angebot gehört, natürlich zunächst in einer "Public Beta"-Version.

In der Kategorie "Nachschlagewerke" sind zehn Apps aufgeführt, darunter die "Wartenummerntafel". Die kostenlose Anwendung zeigt eben diese an, für die Straßenverkehrsämter in Neuss und Grevenbroich. Zum Thema "Familie" sind zum Start der Plattform fünf Apps aufgeführt, darunter "Stadtreinigung Hamburg" und der "Gastrofinder Bremen".

Wählt man als Region nicht eines der Bundesländer, sondern die gesamte Republik aus, wird unter anderem die offizielle App der Bundeswehr beworben: "Schlagen Sie die Dienstgrade und Orden der Bundeswehr nach und lesen Sie in Kurzdarstellungen Wissenswertes über Waffensysteme." Außerdem beamt das Verteidigungsministerium Videos und Nachrichten aufs Smartphone.

"Wer Apps für bestimmte Regionen sucht, hat es in den App-Stores der Anbieter nicht leicht", heißt es auf der Seite . Das dürfte vor allem daran liegen, dass den Nutzern dort beliebte Apps präsentiert werden - Ladenhüter verschwinden in den Tiefen des Angebots und werden erst durch eine Suchanfrage zu Tage gefördert. Das funktioniert allerdings ganz einfach.

Etliche der Ö-Apps bilden die Website einer Stadt in Form einer App ab. Die kann man allerdings auf einem Smartphone auch ohne App einfach aufrufen. Zusätzliche Funktionen oder zusätzlicher Nutzen: meist Fehlanzeige. Wenn man nicht gerade ein Auto in Neuss oder Grevenbroich an- oder ummelden will.

Ein Beispiel: Die Stadtreinigung Hamburg bietet auf ihrer Website an, sich die Termine für die Müllabfuhr anzeigen zu lassen. Man muss dafür seine Adresse eingeben, kann dann eine Erinnerungs-E-Mail bestellen. Die App bietet genau diesen Service auch an. Automatische Abfrage der Adresse mit der Ortungsfunktion des Smartphones? Fehlanzeige. Push-Notifications am Vorabend der Müllabholung? Auch nicht.

Das Portal soll "sukzessive bürgerfreundlich und flexibel" ausgebaut werden. Das ist löblich. Es fehlen allerdings bürgerfreundliche und fexible Online-Angebote der Verwaltungen. Dafür kann das Portal nichts - die Bundesregierung mit ihren E-Government-Bemühungen umso mehr.

ore
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