Pepp-PT So funktioniert das digitale Infektionswarnsystem

Kurz erklärt: Wie funktioniert die Tracing-Technik Pepp-PT - und wie soll sie im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 helfen?

Die App Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing, kurz Pepp-PT, wird von 17 europäischen Institutionen, Organisationen und Firmen entwickelt. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Tracking-Verfahren, das zumeist mit Funkzellendaten, GPS oder WLAN-Standortbestimmung operiert, bedient sich das Proximity-Tracing der Bluetooth-Technik. Das Ziel ist ein grenzübergreifend funktionierendes Warnsystem für jeden einzelnen Nutzer, der sich unwissentlich in unmittelbarer Nähe eines Sars-CoV-2-Infizierten aufgehalten hat.

Wie funktioniert die Tracing-App?

Zunächst muss man die App installieren. Dies geschieht freiwillig, niemand wird dazu gezwungen. Die App generiert in regelmäßigen Zeitabständen eine neue, zufällig gewählte temporäre ID-Nummer für jedes Smartphone in der Nähe. Die Merkmale im Einzelnen:

Standortdaten, Bewegungsprofile, Kontaktinformationen oder identifizierbare Merkmale der Endgeräte werden nicht gespeichert. Es erfolgt keine Übermittlung, durch welche Person, wo oder wann genau eine Infektion stattgefunden haben könnte. Damit ist die europäische App-Idee datenschutzfreundlicher als das in Singapur genutzte TraceTogether, das die Telefonnummern der Nutzer speichert.

Was passiert als Nächstes?

Europäische Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Nutzung der App durch mehr als 60 Prozent der Bevölkerung ideal wäre. Aber schon 30 Prozent wären im Kampf gegen Covid-19 hilfreich. Ein Problem bleibt: Besonders die stärker gefährdeten älteren Mitbürger verfügen oft nicht über ein Smartphone oder haben es nicht immer dabei.