Erste Version Programmcode der Corona-Warn-App veröffentlicht

Mitte Juni soll die Corona-Warn-App veröffentlicht werden. Damit möglichst viele Menschen sie installieren, ist Vertrauen entscheidend. Die Entwickler haben Transparenz versprochen - und gehen nun einen wichtigen Schritt.
Auch das Logo der Corona-Warn-App ist im Quellcode-Verzeichnis der App zu finden

Auch das Logo der Corona-Warn-App ist im Quellcode-Verzeichnis der App zu finden

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Deutsche Telekom AG / SAP SE

Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt . "Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert", hieß es von der Deutschen Telekom und SAP. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65.000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und Vorschläge für Verbesserungen gemacht. "Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland", heißt es in der Erklärung.

Mit der App sollen die Nutzer eine persönliche "Risikostufe für eine Infektion" ermitteln können. Dazu sendet die App anonymisierte Kurzzeit-Identifikationsnummern via Bluetooth aus, die von anderen App-Anwendern in der Nähe empfangen werden können. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, werden die anderen betroffenen Anwender darüber informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Screens der Corona-Warn-App: So oder sehr ähnlich soll sie auf dem Handy aussehen

Screens der Corona-Warn-App: So oder sehr ähnlich soll sie auf dem Handy aussehen

Foto: Corona-Warn-App/Github

Die Tracing-App wertet keine Geo-Daten aus und übermittelt keine Ortsinformationen. Die anonymisierten Daten der Kontakte werden nicht zentral gespeichert, sondern dezentral auf dem jeweiligen Smartphone. Nur die anonymisierte Liste wird zentral gesichert und von den Smartphones regelmäßig abgerufen, um mögliche problematische Begegnungen zu identifizieren. Die erste Version der App soll zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Weitere Sprachen sollen folgen, beispielsweise Türkisch.

Die App dient nicht nur dem Aufspüren von infektionsträchtigen Begegnungen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Testergebnisse digital zu übertragen. In der App können Anwender einen QR-Code scannen, den sie vom Arzt oder dem Labor erhalten, um dann das Resultat eines Corona-Tests in der Anwendung übermittelt zu bekommen und anzuzeigen.

"Dieser Prozess wird vom Testergebnisserver gesteuert", erklärte SAP-Technologiechef Jürgen Müller in einem Beitrag auf LinkedIn . Der Server erhält das Ergebnis vom Labor und liefert es an die App." Die neuesten Veröffentlichungen seien "wichtige Meilensteine" auf dem Weg zur ersten offiziellen App-Version, die Mitte Juni für iOS und Android über die entsprechenden Stores zum Download zur Verfügung stehen werde.

Bei den Tests zur Bedienung der App und der Benutzervalidierung hätten SAP und Telekom eng mit #GesundZusammen zusammengearbeitet, erklärte Müller. Hierbei handele es sich um eine Allianz europäischer Technologieunternehmen, die aktiv dazu beitragen will, Covid-19 mit digitalen Lösungen einzudämmen.

mak/dpa