Digitaler Unterricht Daten der Schul-App Anton lagen ungeschützt im Netz

Name, Klasse, Lernschwierigkeiten: Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks zeigt, dass die Daten von Tausenden Schülern offen im Netz einsehbar waren. Der Grund: eine Sicherheitslücke in der Lern-App Anton.
Ein Mädchen beim Homeschooling

Ein Mädchen beim Homeschooling

Foto: K. Schmitt / imago images / Fotostand

Durch eine Sicherheitslücke in der Schul-App Anton waren persönliche Daten von Tausenden Schülern für Außenstehende einsehbar. Das zeigt eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR). Die Daten seien weder durch Passwörter noch durch andere Sicherheitsvorkehrungen geschützt gewesen. Die Sicherheitslücke sei nach Angaben der Entwickler der App inzwischen geschlossen.

Abrufbar waren »Vor- und Nachnamen von Schülerinnen und Schülern, außerdem Informationen zu Lernfortschritten, Klassen- und Schulzugehörigkeit und zu welchen Uhrzeiten sie eingeloggt waren«, wie der BR berichtet . Theoretisch sei es für Außenstehende auch möglich gewesen, sich als Lehrer oder Lehrerin auszugeben und Nachrichten an Schülerinnen und Schüler zu verschicken.

Nach einer Anfrage des BR habe die Firma Solocode, die Anton entwickelt hat, die Sicherheitslücke eingeräumt. Derzeit untersuche man, ob Dritte sie ausgenutzt hätten. Noch gebe es aber keine konkreten Hinweise auf Datenabflüsse. Die Berliner Datenschutzbehörde sowie die betroffenen Schulen, Nutzer und Datenschutzbeauftragten würden informiert.

Eine der beliebtesten Schul-Apps

Anton gehört zu den beliebtesten Lern-Apps in Deutschland, schreibt der BR. Schulen aus mehreren Bundesländern arbeiten mit dem Programm, im Android-App-Store wurde es mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Da Anton durch Mittel der Europäischen Union finanziert wird, ist es für Schulen kostenfrei nutzbar. Die App soll den Unterricht von der ersten bis zur zehnten Klasse in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie, Deutsch als Fremdsprache und Musik unterstützen und bietet »Lernspiele« für Schülerinnen und Schüler.

Durch die pandemiebedingten Schulschließungen wurde der Unterricht im letzten Jahr teilweise komplett auf Digitalunterricht umgestellt.

jlk
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