Snappables Snapchat stellt Grimassen-Games vor

Die App Snapchat wird zur Spieleplattform. Die Snappables genannten Minigames sollen teilweise Augmented Reality nutzen. Manche werden auf ungewöhnliche Weise gesteuert.
Screenshot aus einem Snappable-Werbevideo

Screenshot aus einem Snappable-Werbevideo

Foto: Snapchat/ YouTube

In einem Werbevideo kümmert es die Umstehenden scheinbar nicht, was für irre Grimassen die Snapchat-Nutzer dort machen, im echten Leben könnte das ganz anders aussehen. Denn die Snappables, kleine Augmented-Reality-Spiele, die man künftig innerhalb der Snapchat-App spielen kann, werden nicht nur per Touchscreen gespielt. Die Steuerung funktioniert teils auch über Gesichtsausdrücke.

Wie das aussehen kann, zeigt ein Werbevideo des Herstellers . Darin ist zum Beispiel ein Mann in einer Wartehalle zu sehen, der vor seinem Smartphone Kussmünder macht. Ein anderer sitzt in der U-Bahn, hält sich sein Handy vors Gesicht reißt Mund und Augen weit auf. An einem Tisch in einem Café schüttelt eine Frau scheinbar irre ihren Kopf hin und her.

Die Auflösung kommt im zweiten Teil des kurzen Clips: Die Protagonisten spielen mit Snappables Spiele, die Realbilder und virtuelle Objekte vermischen. In einem dieser Spiele etwa wuchtet ein Mädchen mit ihren Augenbrauen virtuelle Gewichte auf und ab, in einem anderen bewegt jemand mit seinen Grimassen ein kleines Raumschiff über den Bildschirm, schießt damit herumkullernde Kugeln ab.

Neue Snapchat-Brille noch in dieser Woche

Die Snappables sollen in den Snapchat-App künftig bei den sogenannten Linsen zu finden sein, damit meint das Unternehmen seine Gesichtsfilter. Spieler können Freunde herausfordern, ihre Highscores in bestimmten Spielen zu schlagen. Manche Snappables sollen zudem auch Multiplayer-Wettbewerbe ermöglichen, bei denen mehrere Teams gegeneinander antreten können. In Zukunft wolle man wöchentlich neue Snappables veröffentlichen, heißt es in einer Pressemitteilung von Snap . Die ersten Spiele sollen in dieser Woche in den Snapchat-Apps für Android und iOS erscheinen.

Dem Magazin "Wired " sagte Snap-Chef Evan Spiegel zudem, seine Firma werde "später in dieser Woche" eine neue Version der Spectacles-Sonnenbrille mit Videofunktion ankündigen. Inwieweit sich das von dem ersten Modell unterscheiden werde, führte er zwar nicht aus, erklärte aber, dass die Snapchat-App und die Spectacles vollkommen unabhängig voneinander entwickelt würden. Irgendwann in der nächsten Dekade würden die Produkte dann zu etwas Neuem zusammenwachsen.

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Videobrille von Snap: Das sind die Spectacles

Foto: SPIEGEL ONLINE

In Europa bereitet sich Snap derweil auf die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung vor. Diese schreibt vor, dass für die Verarbeitung personenbezogener Daten von Nutzern im Alter zwischen 13 und 16 Jahren die Zustimmung von deren Eltern eingeholt werden muss. Gegenüber der "Financial Times " erklärte das Unternehmen nun, wie es seine zahlreichen jungen Nutzer behalten will, ohne eine komplizierte Einverständniserklärung einholen zu müssen.

Man wolle bei Nutzern dieser Altersgruppe künftig schlicht auf die Erhebung persönlicher Daten verzichten, sagte ein Unternehmenssprecher der Zeitung. So solle bei dieser Nutzergruppe beispielsweise die Ortungsfunktion deaktiviert werden.

mak
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