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21. September 2013, 08:56 Uhr

Forschungsprojekt

Diese Software macht aus Fotos 3-D-Objekte

Diese Software könnte 3-D-Designern Arbeit abnehmen: Das in Israel entwickelte Programm 3-Sweep soll im Computer aus einem einzigen Foto ein dreidimensionales Abbild des Motivs erzeugen können. Bisher waren dazu viele verschiedene Fotos als Vorlagen nötig.

Informatiker der Efi Arazi School of Computer Science in Israel haben eine Software entwickelt, die aus Fotos dreidimensionale Modelle der abgebildeten Objekte berechnen kann. Bisher war so etwas nur manuell möglich, erforderte viel Erfahrung und ein trainiertes räumliches Vorstellungsvermögen. 3-D-Designer verbringen oft Stunden damit, einfache Gegenstände am Computer in virtuelle räumliche Objekte umzuwandeln.

Die von den Forschern um den Dozenten Ariel Shamir entwickelte Software soll nun "die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen mit der Rechengenauigkeit eines Computers kombinieren". Das 3-Sweep genannte Programm kann aus einem einzigen Foto ein räumliches Abbild des Motivs errechnen. Bisher waren für derartige Automatismen viele Fotos aus unterschiedlichen Richtungen notwendig. Der Nutzer gibt der Software nur einige Rahmenbedingungen vor. Das 3-D-Modell wird schließlich errechnet aus dem Bild und zusätzlichen Anweisungen des Nutzers.

Ein Demonstrationsvideo, das die Wissenschaftler am vergangenen Freitag online stellten, wurde bis zum Mittwochabend bereits 1,5 Millionen Mal angesehen. Darin zeigen sie nicht nur, wie sie alltägliche Objekte wie Wasserhähne, Kerzenständer oder Straßenlaternen anhand von Fotos in plastische Formen umwandeln, sondern diese auch automatisch mit passenden Texturen versehen und im Raum bewegen können. Auch die Beschaffenheit der Gegenstände verändern sie verhältnismäßig schnell: Sie verdrehen sie und fügen beispielsweise einer Laterne weitere Arme und Verzweigungen hinzu.

Auch wenn derzeit 3-D-Scanner und 3-D-Drucker Einzug in Werkstätten und Ateliers halten: Dinge anhand von Fotos modellieren zu können, hat einige Vorteile. Denn ist ein Objekt nicht beweglich, zu weit entfernt oder existiert womöglich nur noch auf einem einzigen Schnappschuss, scheiden traditionelle 3-D-Scan-Methoden aus.

Zudem sind viele 3-D-Scanner teuer und kompliziert in der Anwendung. 3-Sweep soll hier offenbar eine Lücke als Software für weniger erfahrene Computernutzer füllen, die weder die technische Ausstattung besitzen noch den Umgang mit 3-D-Programmen beherrschen, um dreidimensionale Modelle zu entwerfen.

Die Software aus Israel soll Ende November auf der Siggraph 2013 in Hong Kong, einer Konferenz für Computergrafik und interaktive Technik, vorgestellt werden.

kpg

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