Messenger App Telegram veröffentlicht großes Update für Bezahlkunden

Die Betreiber der Chat-App wollen mit einem Abo-Modell Geld verdienen. Neu sind unter anderem exklusive Sticker, aber auch praktische Funktionen. Deutsche Nutzer müssen sich aber noch gedulden.
Logo der Chat-App: »Heute ist ein wichtiger Tag in der Geschichte von Telegram«

Logo der Chat-App: »Heute ist ein wichtiger Tag in der Geschichte von Telegram«

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die Betreiber der Chat-App Telegram haben am Sonntag ein Bezahlmodell gestartet, für das sie mit neuen und erweiterten Funktionen werben. So soll es Nutzerinnen und Nutzern mit dem »Telegram Premium« getauften Dienst möglich sein, größere Dateien von bis zu vier Gigabyte hochzuladen, schneller Inhalte herunterzuladen als mit einem regulären Telegram-Konto und neue animierte Emoji-Sticker zu verschicken.

Das Bezahlmodell soll laut Medienberichten  monatlich zwischen 5 und 6 Dollar je nach Land kosten. Telegram selbst nannte zunächst keinen exakten Preis. In Deutschland wird der Dienst zunächst nicht verfügbar sein.

Telegram ist der erste Messanger, der ein optionales Bezahlmodell einführt. Konferenzdienste wie WhatsApp oder Signal sind kostenlos, Threema kostet bei der Installation einmalig 3,99 Euro. Die Telegram-Betreiber suchen schon länger nach Wegen, Geld mit ihrer wachsenden Nutzerschaft zu verdienen. Vor einigen Jahren scheiterte der Plan, eine eigene Digitalwährung einzuführen, an regulatorischen Vorgaben.

»Heute ist ein wichtiger Tag in der Geschichte von Telegram«, schrieben die Betreiber in einem Blogbeitrag, in dem sie die neuen Funktionen vorstellten . Die aktuelle Entwicklung sei der »Beginn der nachhaltigen Finanzierung von Telegram«, hieß es.

Werbeanzeigen in Telegram bleiben

Mit dem aktuellen Update bestätigt Telegram auch den Plan, Werbeanzeigen in der App auszuspielen, um damit Geld zu verdienen. Wer das neue Bezahlmodell abschließt, für den soll die App weiterhin vollständig werbefrei bleiben, so das Unternehmen. Alle anderen müssen somit in Zukunft weiterhin mit Werbeanzeigen rechnen. Seit dem vergangenen November werden textbasierte Anzeigen in einigen öffentlichen Kanälen Werbung angezeigt, wenn auch nur in manchen Ländern. Ursprünglich war Telegram als werbefreier Dienst angetreten.

Telegram-Chef Pawel Durow hatte in seiner Ankündigung zum Bezahldienst versichert, dass die bisherigen Funktionen des Messengers weiterhin kostenlos bleiben sollten.

Mit dem Update baut Telegram auch die Funktionalität der öffentlichen Kanäle und Gruppen aus. Bezahlkunden sollen künftig bis zu tausend Kanälen folgen und ihre Kommunikation einfacher organisieren können. Außerdem soll jeder, der eine öffentliche Gruppe betreibt, künftig einzeln freischalten, wer dort Inhalte schreiben darf und wer nicht.

Die öffentlichen Gruppen und Kanäle sind einerseits ein Alleinstellungsmerkmal des Messengers, hatten den Betreibern andererseits auch viel Kritik eingebracht, weil darüber immer wieder auch extremistische und strafbare Inhalte verbreitet werden.

Laut den Betreibern der Chat-App wächst die Nutzerschaft von Telegram weiterhin. Inzwischen würden den Dienst weltweit mehr als 700 Millionen Menschen nutzen.

hpp/dpa
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