Warn-Software Telekom und SAP sollen Europas Corona-Apps vernetzen

Die EU-Kommission beauftragt die beiden deutschen Unternehmen mit dem Aufbau einer Plattform, über die Corona-Warn-Apps verschiedener Staaten miteinander kommunizieren können.
Die deutsche Corona-Warn-App

Die deutsche Corona-Warn-App

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Die Deutsche Telekom und SAP sollen für die EU-Kommission eine Warn-Plattform bauen, die Corona-Apps verschiedener Staaten miteinander vernetzt. Man könne bestätigen, dass der Auftrag der EU-Kommission "kurz vor Abschluss" stehe, sagte ein Telekom-Sprecher der Deutschen Presseagentur. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet .

Die Plattform soll es ermöglichen, dass die Corona-Warn-Apps verschiedener Staaten miteinander kommunizieren, sodass die Warnungen auch über Grenzen hinweg oder im Ausland funktionieren.

Die Kooperation werde dem Bericht zufolge zunächst Staaten betreffen, die ähnliche dezentrale Lösungen einsetzen wie Deutschland - dazu gehören etwa die Niederlande, Österreich oder Dänemark. Laut "Wirtschaftswoche" ist auch geplant, die Warn-Apps aus der Schweiz und Großbritannien einzubinden. 

Zwar zeichnen die Apps schon jetzt auch im europäischen Ausland die Begegnungen mit den Nutzerinnen und Nutzern kompatibler Apps auf. Die von Apple und Google bereitgestellte Schnittstelle macht das möglich.

Aber Warnungen nach einer Begegnung mit einer infizierten Person, die eine App eines anderen EU-Landes verwendet, sind noch nicht möglich. Dafür fehlt die Schnittstelle, die Telekom und SAP nun einrichten sollen.

Telekom und SAP mussten zuletzt Aktualisierungsprobleme der von ihnen entwickelten deutschen Corona-Warn-App einräumen. Ihre aktuelle Botschaft an die gut 16 Millionen Nutzerinnen und Nutzer: Um ganz sicherzugehen, dass sie zeitnah über mögliche Risikokontakte informiert werden, sollen sie die App einmal am Tag aktiv auf ihrem Smartphone aufrufen - aber auch erst nach mindestens 24 Stunden.

Denn wenn die App beispielsweise schon nach 23 Stunden und 59 Minuten geöffnet wird, kann dies nach Angaben von SAP zur Folge haben, dass nicht die jeweils tagesaktuelle Liste aller als infiziert bestätigten App-Nutzerinnen und -Nutzer abgerufen wird.

pbe/dpa