Kurzvideo-App TikTok verbietet jungen Nutzern Direktnachrichten

Viele Kinder und Jugendliche sind Fans der App TikTok. Jetzt führt die Videoplattform ein Mindestalter für Privatnachrichten ein. Die Änderung dürfte in erster Linie eine Vorsichtsmaßnahme sein.
TikTok: Eine bei jungen Menschen sehr beliebte App

TikTok: Eine bei jungen Menschen sehr beliebte App

Foto: Jens Kalaene/ DPA

Über TikTok dürfen sich bald nur noch Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren Direktnachrichten schicken. Das hat TikTok, das zum chinesischen Unternehmen ByteDance  gehört, am Donnerstag angekündigt. Videoclips lassen sich bei TikTok auch ohne Registrierung anschauen. Einen eigenen Account dagegen dürfen Minderjährige erst ab 13 Jahren anlegen und auch das nur mit Erlaubnis des oder der Erziehungsberechtigten.

Die Änderung bei den Direktnachrichten dürfte in erster Linie eine Vorsichtsmaßnahme gegen Onlinemobbing sowie das sogenannte Cybergrooming sein, also gegen die Anbahnung von sexuellem Missbrauch über das Internet .

Cybergrooming ist auf vielen Onlineangeboten, von Foto- und Video-Apps bis hin zu Spieleplattformen, ein Problem. Erwachsene geben sich dabei mitunter als Kinder aus, um sich das Vertrauen junger Nutzer zu erschleichen. TikTok selbst warnt, dass es möglich sei, Direktnachrichten "auch anders zu nutzen als vorgesehen". Durch das neue Mindestalter sollen "die jüngeren Mitglieder der Community geschützt werden".

Ab dem 30. April können demnach nur noch Nutzerinnen und Nutzer, die mindestens 16 Jahre alt sind, über den Dienst "auf das Nachrichtenarchiv zugreifen, neue Nachrichten senden und empfangen", heißt es von TikTok. Im Umkehrschluss bedeutet das: Nutzer, die jünger sind und die TikTok für jünger hält, werden Ende des Monats den Zugriff auf bisherige Privat-Chats verlieren.

Ein Export alter Nachrichten soll möglich sein

Unmittelbar betroffene Nutzer will TikTok ab diesem Donnerstag über eine In-App-Benachrichtigung auf die neue Regelung hinweisen. Jene Nutzer sollen ihre Chat-Daten danach noch bis zum 30. April exportieren können.

Auf TikTok können sich generell nur über die App befreundete Nutzer gegenseitig Nachrichten schicken. Im Einstellungsmenü der App stehen unter "Privatsphäre und Sicherheit" nach einem Tippen auf "Wer dir Direktnachrichten senden kann" die zwei Optionen "Freunde" und "Niemand" zur Auswahl. Aus dem Nachrichten-Postfach heraus lassen sich einzelne Nutzer, die problematische Nachrichten senden, auch sperren oder den TikTok-Betreibern melden.

Eltern haben auf TikTok die Option, den sogenannten Begleiteten Modus zu aktivieren. Darüber können sie die Nutzung der App auf den Geräten ihrer Kinder einschränken. Der Modus erlaubt unter anderem das Festlegen einer maximalen Nutzungszeit von 40, 60, 90 oder 120 Minuten pro Tag. Außerdem lässt sich für Kinder-Accounts ein "Eingeschränkter Modus" starten, in dem nicht altersgerechte Videos aus dem "Für dich"-Feed der App herausgefiltert werden sollen.

mbö
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