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Änderungen bei Video-App TikTok führt Altersbeschränkungen und Stichwortsperren ein

Auf TikTok bekommen junge Nutzerinnen und Nutzer bald nicht mehr alle Videos zu sehen. Zudem bietet die Video-App künftig eine neue Option, zu beeinflussen, was sie auf der Startseite präsentiert.
Hashtag-Filterfunktion bei TikTok: Bald soll sie auch in Deutschland verfügbar sein

Hashtag-Filterfunktion bei TikTok: Bald soll sie auch in Deutschland verfügbar sein

Foto: TikTok

Bei TikTok stehen »in den kommenden Wochen« zwei größere Neuerungen an, wie das Unternehmen selbst mitteilt . Beide Anpassungen der Video-App zielen darauf ab, dass Nutzerinnen und Nutzer seltener für sie ungeeignete oder uninteressante Inhalte zu sehen bekommen.

Die eine Neuerung besteht darin, dass Nutzerinnen und Nutzer bald die Möglichkeit erhalten, Videos mit bestimmten Hashtags aus ihrem »Für dich«–Feed, also von ihrer App-Startseite, zu verbannen. Bislang konnten TikTok-Nutzer über einen Button namens »Nicht interessiert« lediglich bekunden, dass sie ein bestimmtes, einzelnes Video nicht anspricht. (Den Betreibern der App zufolge  bewirkt ein Tippen auf diesen Button, dass zukünftige Videos desselben Videomachers oder mit dem darin verwendeten Sound im »Für dich«–Feed automatisch übersprungen werden.)

Auch aus dem »Folge ich«-Feed sollen Videos mit vom Nutzer gesperrten Stichwörtern künftig verschwinden.

Klick mit Folgen

Setzt man etwa den englischsprachigen Hashtag #icecream auf die eigene Blockliste, so ein unverfängliches Beispiel aus der TikTok-Pressemitteilung , soll man fortan zumindest kein Video mehr ausgespielt bekommen, das von seinem Macher oder seiner Macherin mit exakt jenem Hashtag versehen wurde.

Grundsätzlich sollen sich die meisten, aber nicht alle auf der Plattform verwendeten Stichwörter filtern lassen. Eine Ausnahme ist unter anderem der häufig, meist aber völlig unabhängig vom Videoinhalt verwendete Hashtag #foryou. Im #icecream-Beispiel würden natürlich auch noch Hashtags wie #eiscreme durchkommen, bis man auch diese blockiert. Weiter angezeigt würden einem zudem Eiscremevideos, die gar nicht als solche gelabelt sind.

Die vorgeschlagenen Videos ähneln sich schnell

TikTok schreibt in seiner Mitteilung, das Unternehmen wolle »ein Umfeld fördern, in dem sich Menschen zu einer Vielzahl von Themen äußern können« und jene Menschen gleichzeitig »vor potenziell herausfordernden oder triggernden Seherlebnissen schützen«. In der Vergangenheit war der Video-App oft vorgeworfen worden, dass Nutzerinnen und Nutzer durch ihre automatischen Empfehlungen schnell in einer Art thematischem Kaninchenbau landen können: in einer Flut von Videos zu sehr ähnlichen, teils bedenklichen Themen. (Hier finden Sie einen SPIEGEL-Selbstversuch zum Thema. )

Die neue Funktion bietet nun eine Chance, manuell gegenzusteuern. Sie ist an den »Nicht interessiert«-Button gekoppelt: Nachdem man auf ihn gedrückt hat, soll es fortan ergänzend möglich sein, die Hashtags des gerade angezeigten Videos zu sperren.

Das hat es mit den Altersbeschränkungen auf sich

Die zweite große Neuerung in der App ist die Einführung von Altersbeschränkungen für bestimmte Videos. TikTok teilt dazu mit, es arbeite »an einem neuen System, mit dem wir Inhalte nach thematischer Reife ordnen können«. In den kommenden Wochen beabsichtige man, eine erste Version dieses Systems einzuführen. Zwar ist TikTok offiziell erst ab 13 Jahren freigegeben, aber die Videoplattform ist auch bei wesentlich jüngeren Nutzerinnen und Nutzern beliebt.

»Wenn wir feststellen, dass ein Video erwachsene oder komplexe Themen enthält, etwa fiktive Szenen, die für ein jüngeres Publikum zu beängstigend oder intensiv sein könnten, wird dem Video ein Reifegrad zugewiesen«, erklärt die Plattform ihre Pläne. Auf dieser Basis wolle man verhindern, dass Personen unter 18 Jahren das Video auf TikTok ansähen. Beispiel-Screenshots zeigen einen Sperrhinweis mit dem Text »Beitrag nicht verfügbar«, der künftig in solchen Fällen auftauchen soll.

So soll es aussehen, wenn man auf ein Video stößt, für das man zu jung ist

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Foto: TikTok

Bei den Altersbeschränkungen will sich TikTok laut eigenen Angaben zunächst darauf konzentrieren, Jugendliche zu schützen. Für die »kommenden Monate« stellt die Plattform aber auch neue Funktionen in Aussicht, mit denen sie der »gesamten Community detaillierte Filteroptionen für Inhalte« anbieten will.

Wie verlässlich TikToks neue Hashtag-Sperrliste und die Altersbeschränkungen im Alltag funktionieren, wird sich zeigen. Die Plattform selbst betont, sie sei sich bewusst, »dass das, was wir anstreben, komplex ist, und wir möglicherweise einige Fehler machen.«

mbö

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